dpa

Nach Riera-Eklat: Frankfurt verliert gegen den HSV

Eintracht Frankfurt kommt einfach nicht zur Ruhe. Nach der denkwürdigen Pressekonferenz von Albert Riera unterliegen die Hessen dem Hamburger SV. Der Nordclub schafft den ersehnten Befreiungsschlag.

02.05.2026

Der Hamburger Fábio Vieira (l) und der Frankfurter Robin Koch kämpfen um den Ball.Florian Wiegand/dpa

Der Hamburger Fábio Vieira (l) und der Frankfurter Robin Koch kämpfen um den Ball.Florian Wiegand/dpa

© Florian Wiegand/dpa

Der Hamburger SV hat Eintracht Frankfurt nach dem Eklat um Albert Riera den nächsten großen sportlichen Dämpfer versetzt. Der HSV gewann einen Tag nach der denkwürdigen Wutrede des Frankfurter Trainers auswärts mit 2:1 (0:0).

Die Hamburger sind dem Klassenverbleib mit dem ersten Sieg nach zuvor sechs sieglosen Spielen einen großen Schritt näher gekommen. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz, den aktuell Stadtrivale FC St. Pauli belegt, beträgt acht Punkte. Sollten am Sonntag weder die Kiezkicker im Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 noch der VfL Wolfsburg beim SC Freiburg gewinnen, wäre der Klassenverbleib perfekt.

Weitere Unruhe in Frankfurt vorprogrammiert

In Frankfurt dürfte die Unruhe nach der nächsten enttäuschenden Leistung am 32. Spieltag in der Fußball-Bundesliga weitergehen. Die Qualifikation für den Europapokal ist für den ambitionierten Tabellensiebten in akuter Gefahr. Freiburg kann an den Hessen an diesem Wochenende noch vorbeiziehen.

Nach einem Tor durch Can Uzun in der 48. Minute war die Eintracht zunächst auf der Siegerstraße. Dann aber drehte der HSV durch die starken Fábio Vieira und Albert Grønbæk die Partie (51./59.) und feierte den ersten Bundesliga-Sieg gegen Frankfurt seit Januar 2011. In der langen Nachspielzeit sah Eintracht-Profi Rasmus Kristensen nach einem wiederholten Foul auch noch die Gelb-Rote Karte (90.+12).

Angeblicher Zwist zwischen Riera und Burkardt „Bullshit“

Obwohl es für beide Teams noch um etwas ging, spielte das Sportliche vor dem Traditionsduell kaum eine Rolle. Stattdessen bestimmte die denkwürdige Wutrede von Riera auf der Pressekonferenz einen Tag vor der Partie die Schlagzeilen. Als „totalen Bullshit“ bezeichnete der Spanier die Medienberichte über einen angeblichen Zwist mit Nationalspieler Jonathan Burkardt. 

Riera soll demnach ein Problem mit den vermeintlich hohen Körperfettwerten des Stürmers gehabt haben. Er soll aber nicht persönlich mit Burkardt darüber gesprochen, sondern Co-Trainer Jan Fießer vorgeschickt haben.

Riera verlangt Respekt

Außerdem holte Riera zu einer großen Medienschelte aus. „Etwas zu schreiben, ist euer Job, aber ich akzeptiere keine Lügen. Ich bin keine Marionette. Ich bin Trainer. Ich verlange Respekt. Die Fans verdienen, die Wahrheit zu hören“, hatte der 44-Jährige geäußert. 

Vor dem Spiel gegen den HSV sagte Riera beim Streamingdienst DAZN zu seiner Wutrede: „Ich möchte nicht weniger oder mehr respektiert werden, sondern einfach so wie alle anderen Bundesliga-Trainer.“

Viera im Lattenpech

Im Duell mit dem HSV stellte Riera Burkardt von Beginn an auf. Wirkliche Durchschlagskraft strahlte in der Anfangsphase aber weder der 25-Jährige noch ein anderer Spieler auf dem Platz aus. Nach einem ausgeglichenen Beginn hatten die Gäste in der 27. Minute die erste große Möglichkeit auf die Führung, als Vieira mit einem Distanzschuss die Oberkante der Latte traf.

Hochklassig war die Partie aber nach wie vor nicht. Im Spiel nach vorne schlichen sich auf beiden Seiten immer wieder Ungenauigkeiten ein. Die Eintracht, die lange sehr einfallslos agierte, hatte in der 38. Minute ihre beste Chance. Doch bei einem Schuss von Offensivjuwel Uzun war HSV-Schlussmann Daniel Heuer Fernandes zur Stelle.

Ereignisreiche Anfangsphase in der zweiten Hälfte

Nach dem Seitenwechsel ging es deutlich temporeicher zu. Erst verstolperte Burkardt eine Hereingabe (47.), kurz darauf machte es Uzun besser. Doch der HSV zeigte sich keineswegs geschockt und drehte die Partie innerhalb von wenigen Minuten durch den Dänen Albert Grønbæk und den Portugiesen Vieira.

Nach diesen ereignisreichen und schwungvollen Minuten wurde die Partie zerfahrener. Wechsel und Verletzungspausen sorgten für Unterbrechungen und störten den Spielfluss. Dem HSV kam das gelegen. Für die Rothosen, die den Vorsprung über die Zeit brachten, feierte Luka Vuskovic in der Schlussphase sein Comeback nach einer Knieblessur.

Noch am Tag vor dem Spiel holte Frankfurts Coach Albert Riera zu einer großen Medienschelte aus.Florian Wiegand/dpa

Noch am Tag vor dem Spiel holte Frankfurts Coach Albert Riera zu einer großen Medienschelte aus.Florian Wiegand/dpa

© Florian Wiegand/dpa

Der Hamburger SV machte in Frankfurt einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt.Florian Wiegand/dpa

Der Hamburger SV machte in Frankfurt einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt.Florian Wiegand/dpa

© Florian Wiegand/dpa