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Nach Hass im Netz: Königsdörffer jubelt und ärgert HSV-Fans

Ransford Königsdörffer spielt lange für den Hamburger SV. Für seinen neuen Club Mainz schießt er beim Wiedersehen ein Tor und jubelt. Aktuelle und ehemalige Mitspieler sagen, was dahinterstecken kann.

07.09.2026

Hatte nach dem 0:5 des HSV andere Sorgen, als sich um seinen Ex-Spieler Ransford Königsdörffer zu kümmern: Trainer Merlin Polzin.  Daniel Bockwoldt/dpa

Hatte nach dem 0:5 des HSV andere Sorgen, als sich um seinen Ex-Spieler Ransford Königsdörffer zu kümmern: Trainer Merlin Polzin. Daniel Bockwoldt/dpa

© Daniel Bockwoldt/dpa

Der provokante Jubel seines ehemaligen Schützlings Ransford Königsdörffer interessierte Merlin Polzin herzlich wenig. Den Trainer des Hamburger SV beschäftigten nach der 0:5-Klatsche gegen Königsdörffers neuen Club FSV Mainz 05 ganz andere Dinge. 

„Ich glaube, wenn wir uns nach so einem Spiel und so einer Leistung jetzt an dem Thema irgendwie aufhalten würden, dann wäre es der falsche Ansatz“, sagte Polzin nach dem desolaten Heimspiel-Auftakt des HSV in der Fußball-Bundesliga. Der 35-Jährige unterstellte dem Ex-Hamburger in jedem Fall „eine Entscheidung, die jetzt nicht böse von ihm gemeint war“. 

Ansage vom Ex-Teamkollegen und Kumpel

Königsdörffer hatte nach seinem Treffer in der Nachspielzeit zum Endstand provozierend zum Hamburger Anhang gejubelt. HSV-Kapitän Nicolai Remberg machte seinem Kumpel klar, was er davon hielt. 

„Ich mag ihn unfassbar gerne“, sagte Remberg. „Aber ich bin Kapitän von dem Verein. Wenn er vor unseren Fans so jubelt, dann gehört sich das nicht für mich. Dann muss ich dahin gehen, das muss ich dann sagen. Und habe ich dann auch.“ Auf dem Weg zur Mittellinie habe Königsdörffer noch mit ihm abklatschen wollen, meinte Remberg. „Ich glaube, da hat er gemerkt, es war ein bisschen drüber.“

Königsdörffer nach dem Spiel in der HSV-Kabine

Nach der Partie ging Königsdörffer noch einmal in die HSV-Kabine zu den alten Team-Kollegen. Mit den Medien wollte der 24-Jährige nicht sprechen. Das hatte er auch schon als HSV-Spieler nur ungern getan. 

Dafür sprach Doppel-Torschütze Phillip Tietz. „Das, was er für Nachrichten bekommen hat, ist unter der Gürtellinie“, erklärte Königsdörffers neuer Angriffskollege. „Und es tut mir halt für den Jungen extrem dolle leid.“

Beleidigungen gegen Königsdörffer

Er glaube, Königsdörffer habe auch nur die gemeint, die ihm wirklich solche Hassnachrichten geschickt haben, sagte Tietz. Er habe weder etwas zu den Ultras gemacht noch zur Vereinsführung. „Er hat es wirklich, glaube ich, aus Frust den Leuten gewidmet, die ihm wirklich solche, tut mir leid, Scheißnachrichten geschickt haben. Das geht nicht. Und da verstehe ich ihn komplett.“ 

Remberg weiß ebenfalls von den Botschaften gegen Königsdörffer, gerade in der vergangenen Saison. Die Beleidigungen seien schlimm gewesen. „Deswegen muss ich vielleicht jetzt nicht sagen, ich kann ihn verstehen, aber es war schon manchmal echt unter der Gürtellinie, was ich da mitbekommen habe.“

Erst freundlicher Empfang, dann Ärger - und Königsdörffer schweigt

Der erste Besuch an alter Wirkungsstätte hatte für Königsdörffer freundlich begonnen. Der im Sommer nach vier Jahren ablösefrei nach Mainz gewechselte Angreifer erhielt ein nachträgliches Geschenk zum Abschied und später Applaus von den HSV-Fans. Dass der Stürmer mit 14 Toren maßgeblich mit zum Aufstieg 2025 beigetragen hatte, hatten nicht alle HSV-Anhänger vergessen. 

Doch als er in der 68. Minute eingewechselt wurde, gab es erstmals Pfiffe. Nach dem Torjubel war die Stimmung endgültig gegen ihn gekippt - und der Ärger da.

Die Mainzer hatten im Volksparkstadion allen Grund zum Jubeln. Hier feiern sie das 1:0 dudch Sheraldo Becker (r). Daniel Bockwoldt/dpa

Die Mainzer hatten im Volksparkstadion allen Grund zum Jubeln. Hier feiern sie das 1:0 dudch Sheraldo Becker (r). Daniel Bockwoldt/dpa

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