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Nabu ruft zum Schutz von Wildbienen in Berlin auf

Passenden Nisthilfen und ausreichend Blüte: Zum Weltbienentag gibt der Nabu Tipps, wie Berlinerinnen und Berliner Wildbienen helfen können.

20.05.2026

Es braucht mehr wildbienenfreundliche Gärten und Balkone, sagt der Experte vom Hymenopterendienst des Nabu Berlin. (Symbolbild)Patrick Pleul/dpa

Es braucht mehr wildbienenfreundliche Gärten und Balkone, sagt der Experte vom Hymenopterendienst des Nabu Berlin. (Symbolbild)Patrick Pleul/dpa

© Patrick Pleul/dpa

Der Berliner Naturschutzbund (Nabu) ruft dazu auf, aktiv zum Schutz der Wildbienen beizutragen. „Wir brauchen mehr wildbienenfreundliche Gärten und Balkone, um den Verlust an Freiflächen wenigstens ein Stück weit zu kompensieren“, sagte Stephan Härtel vom Hymenopterendienst des Nabu-Landesverbands anlässlich des heutigen Weltbienentags.

Die Kernaufgabe des Hymenopterendienst ist, Wildbienen, Hornissen und Hummeln etwa durch Beratung, Umlenkung und Umsiedlung zu schützen.

Nach Angaben der Organisation geht es den Wildbienen der Hauptstadt nicht gut. So stehen demnach 42 Prozent der hier vorkommenden Arten auf der Roten Liste der Wildbienen Berlin - weitere 5 Prozent seien auf der sogenannten Vorwarnliste. Auch der Bestand einst häufiger Arten wie der Kleinen Spiralhornbiene geht demnach zurück. Der Hauptgrund für den Rückgang sei der Verlust von Lebensräumen, etwa durch die Bebauung von Brachen.

Passende Nisthilfen

Einen wichtigen Beitrag können Nisthilfen für Wildbienen leisten. Der Experte warnte vor ungeeigneten Billigmodellen. So sollten diese viele Röhren mit unterschiedlichen Durchmessern aufweisen. Am besten eigneten sich Bohrlöcher mit glattem, nicht ausgefranstem Rand. Zudem seien Stängel sowie nicht zu harte Lehmflächen sinnvoll. 

„Wichtig ist, dass die Nisthilfen viel Sonne bekommen und ausreichend tief sind“, sagte Härtel. Als Mindestmaß nannte er zehn Zentimeter Tiefe - besser seien 15 oder 18 Zentimeter. Der Grund: Wildbienen legen demnach Eier, in denen Weibchen heranwachsen, in den hinteren Teil der Niströhren - aus flachen Nisthilfen schlüpfen hingegen allenfalls Männchen. 

Ausreichend Nahrung wichtig

Rund zwei Drittel der Wildbienen nisteten jedoch unterirdisch. Im Garten bieten laut Nabu etwa offene Bodenstellen oder ein eigens angelegtes „Sandarium“ Platz für den Nestbau. Zudem sorgten Blumenwiesen und Wildkräuterbeete für ausreichend Nahrung und mehr weiblichen Nachwuchs - bei knappem Blütenangebot entwickeln sich dagegen überwiegend männliche Wildbienen.