NC verliert in Niedersachsen weiter an Bedeutung
Eine gute Abiturnote ist für den Start ins Studium immer seltener entscheidend. In Niedersachsen sind viele Studiengänge inzwischen frei zugänglich. In Bremen sieht es anders aus.
Ein Student spielt am Smartphone während einer Mathematik-Vorlesung für die Erstsemester des Bachelorstudiengangs Wirtschaftswissenschaften im Audimax in der Leibniz-Universität Hannover. (Symbolbild)Julian Stratenschulte/dpa
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Studieninteressierte in Niedersachsen haben immer häufiger freie Auswahl: Der Anteil zugangsbeschränkter Studienangebote ist zum kommenden Wintersemester erneut gesunken. Nach einer Analyse des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) ist im Land etwa jeder dritte Studiengang mit einer Zugangsbeschränkung wie einem Numerus Clausus, einem Auswahlverfahren oder einer Eignungsprüfung versehen. Damit liegt das Land nur leicht über dem Bundesdurchschnitt.
Niedersachsen liegt im bundesweiten Mittelfeld
Im Vergleich der Bundesländer belegt Niedersachsen Platz 8 von 16. Bundesweit stehen laut CHE inzwischen mehr als zwei Drittel aller Studienangebote ohne solche Einschränkungen offen.
„Der sogenannte Numerus Clausus verliert für Studieninteressierte in Deutschland zunehmend an Bedeutung“, sagte CHE-Experte Cort-Denis Hachmeister. Die Chancen, den Wunschstudiengang an der Wunschhochschule zu studieren, seien wohl noch nie so gut gewesen wie aktuell.
Deutlicher Rückgang bei Bachelorstudiengängen
In Niedersachsen sank der Anteil zugangsbeschränkter Angebote im Vergleich zum Vorjahr spürbar. Besonders deutlich war der Rückgang demnach bei Bachelorstudiengängen sowie an Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften.
Am häufigsten gibt es Zugangsbeschränkungen in den Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften. In den Ingenieurwissenschaften sind sie demnach deutlich seltener.
Hannover hat höchsten Anteil zugangsbeschränkter Angebote
Auch an den größeren Hochschulorten im Land ist die Entwicklung aus Sicht der Studieninteressierten günstig: In Oldenburg, Hannover, Osnabrück, Braunschweig und Göttingen sank der Anteil zugangsbeschränkter Studienangebote oder blieb gleich. Den deutlichsten Rückgang gab es in Göttingen. Hannover weist unter diesen Orten den höchsten Anteil zugangsbeschränkter Angebote auf.
In Bremen ist der Zugang zum Studium im Ländervergleich weiterhin schwieriger. Dort sind gut vier von zehn Studienangeboten zugangsbeschränkt. Damit liegt Bremen deutlich über dem Bundesdurchschnitt und auf Platz vier im Vergleich der Länder. Allerdings sank auch dort die Quote im Vergleich zum Vorjahr.
Daten des Hochschulkompasses für fast 23.000 Studienangebote
Grundlage der jährlichen CHE-Analyse sind Daten des Hochschulkompasses der Hochschulrektorenkonferenz für rund 22.700 Studienangebote im Wintersemester 2026/27. Als zugangsbeschränkt zählt das CHE unter anderem örtlich oder bundesweit zulassungsbeschränkte Studiengänge sowie Angebote mit Auswahlverfahren oder Eignungsprüfung.