Mordversuch im Supermarkt? Mutter vor Gericht
Eine Mutter soll im Supermarkt zu Spiritus und Feuerzeug gegriffen haben. Im Prozess wird nun klar: Nur dank beherztem Eingreifen sollen ihre Kinder vor dem Schlimmsten bewahrt worden sein.
Eine Mutter steht wegen versuchten Mordes an ihren Kindern vor Gericht. Mirjam Uhrich/dpa
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Eine Mutter will im Prozess um einen mutmaßlichen Brandanschlag auf ihre beiden Söhne Fragen des Gerichts beantworten. Die Öffentlichkeit wurde derweil ausgeschlossen, wie das Landgericht Bremen zu Prozessbeginn entschied. Die Staatsanwaltschaft wirft der 40-Jährigen unter anderem versuchten Mord vor.
Laut Anklage konnten Zeugen Schlimmeres verhindern. Die damals vier und acht Jahre alten Kinder litten nach dem Vorfall unter brennenden Augen und Rötungen an der Haut. Ein Junge musste wegen Blasen im Genitalbereich operiert werden.
Spiritus und Feuerzeug aus Supermarktregal
Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft nahm die Frau am 16. Januar drei Flaschen Spiritus aus dem Regal eines Bremer Supermarkts. Sie soll eine der Flaschen über sich und ihre beiden Söhne gegossen haben. Im Anschluss soll sie aus einer anderen Flasche getrunken haben. Wie viel Spiritus sie dabei zu sich genommen haben soll, lasse sich nicht genau rekonstruieren.
Im Regal direkt daneben hätten sich Feuerzeuge befunden, führte der Staatsanwalt vor Gericht weiter aus. Die Mutter soll nach einem Feuerzeug gegriffen und es ganz nah an Haare und Mund ihrer Söhne gehalten haben. Ein Zeuge soll die Situation beobachtet, nach dem Arm der Frau gegriffen und ihr das Feuerzeug abgenommen haben.
Ein Kind soll sich losgerissen haben
Doch die Litauerin soll sich nicht von ihrem Vorhaben abbringen lassen haben. Laut Staatsanwaltschaft soll sie zu der dritten Flasche Spiritus gegriffen und einen ihrer Söhne zum Trinken aufgefordert haben. Doch der Junge habe die Flasche von sich gestoßen und sei geflüchtet.
Die 40-Jährige soll daraufhin zwei weitere Feuerzeuge aus dem Regal geholt und wieder ganz nah an ihren zweiten Sohn gehalten haben, wie es in der Anklage heißt. Erneut habe ein Zeuge eingegriffen und Schlimmeres verhindert.
Mutter in einer Klinik
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft konnte die Frau dann bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden. Die 40-Jährige sei schwer depressiv und deshalb nur erheblich vermindert schuldfähig. In einer ersten Aussage habe sie die Schuld Künstlicher Intelligenz zugeschoben und berichtet, dass sie und ihre beiden Kinder vergewaltigt worden seien.
Die Frau ist seit der Tat in einer Klinik untergebracht. Im Prozess sind fünf weitere Termine geplant, ein Urteil könnte Mitte August verkündet werden.