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Mobilfunk: Kaum noch „weiße Flecken“ in MV

Handys und Smartphones sind wohl die meistgenutzten Kommunikationsmittel der Welt. Aber auch die besten Geräte taugen ohne Empfang nur wenig. Im Nordosten ist das inzwischen selten der Fall.

02.03.2026

Ohne Masten wäre ein flächendeckender Mobilfunkempfang schwierig.Bernd Wüstneck/dpa

Ohne Masten wäre ein flächendeckender Mobilfunkempfang schwierig.Bernd Wüstneck/dpa

© Bernd Wüstneck/dpa

Ob Filme in HD-Qualität, Online-Banking oder Video-Chats in sozialen Netzwerken: auf der mobilen Datenautobahn nimmt der Verkehr auch in Mecklenburg-Vorpommern stetig zu. Entsprechend bauen die Mobilfunkanbieter ihre Infrastruktur aus. Auch das Land investiert in Funkmasten, um eine flächendeckende Versorgung zu erreichen. Die Funklöcher sind kleiner geworden.

Das zeigen Zahlen der Bundesnetzagentur. Danach gibt es in MV nur noch 220.000 Quadratmeter (Stand: Oktober 2025), die als reines Funkloch bezeichnet werden können, in denen also nicht mal Versorgung nach altem Mobilfunkstandard 2G (Sprachtelefonie) von einem der Netzanbieter besteht. Das entspräche der Fläche von gut 30 Fußballfeldern. Anders sieht es bei den neueren Standards 4G (LTE) und 5G aus, wo es laut Netzagentur noch rund 260 Quadratkilometer Fläche ohne Versorgung durch mindestens einen Anbieter gibt. 

Über alle Mobilfunknetzbetreiber besteht damit auf der MV-Gesamtfläche eine Versorgung zu 98,52 Prozent mit 4G und zu 96,64 Prozent mit 5G. Für 2G gebe der Breitbandatlas der Bundesnetzagentur eine nahezu 100-prozentige Versorgung an, hieß es aus dem für Digitalisierung zuständigen Schweriner Innenministerium. Funkmasten und Anlagen auf Dächern sind für den Ausbau die Grundvoraussetzung. Das Land engagiert sich in Gebieten, in denen kein privatwirtschaftlicher Ausbau erfolgt. 

Die landeseigene Funkmasten-Infrastrukturgesellschaft MV mbH wurde 2020 gegründet. Im Mai 2022 erfolgte der Spatenstich für ihren ersten Funkmast.   Jens Büttner/dpa

Die landeseigene Funkmasten-Infrastrukturgesellschaft MV mbH wurde 2020 gegründet. Im Mai 2022 erfolgte der Spatenstich für ihren ersten Funkmast. Jens Büttner/dpa

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Etwa 670.000 Euro pro Funkmast

Dafür wurde 2020 die Funkmasten-Infrastrukturgesellschaft MV (FMI) gegründet, die laut Ministerium bisher vier von insgesamt 16 Mobilfunkmasten errichtete und an Mobilfunknetzbetreiber zur Nutzung vermietete. Pro Funkmast betragen die Investitionskosten etwa 670. 000 Euro. „Weitere fünf Standorte wurden baulich errichtet, es fehlt aber noch die Strom- und Leerrohranbindung“, so eine Ministeriumssprecherin. Bis Ende 2025 wurden etwa fünf Millionen Euro investiert. Das Land stellte insgesamt 25 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Mobilfunksignale der Telekom werden in MV nach Unternehmensangaben von rund 1.000 Funkmasten verbreitet. Die 5G-Flächenversorgung in MV betrage aktuell mehr als 93 Prozent. „In sehr dünn besiedelten oder unbesiedelten Gebieten bieten wir keinen 5G-Mobilfunk“, so Unternehmenssprecher Georg von Wagner. An solchen Stellen stehe aber das 4G-Netz der Telekom zur Verfügung, das eine Übertragungsbandbreite von bis zu 300 Mbit/s erlaube. 

Funkmasten werden oft von mehreren Anbietern genutzt. Bernd Wüstneck/dpa

Funkmasten werden oft von mehreren Anbietern genutzt. Bernd Wüstneck/dpa

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Viel los auf Datenautobahnen

Die Masten gehören einer Tochter der Deutschen Telekom (Deutsche Funkturm), und die Anlagen werden auch von anderen Anbietern gegen entsprechende Miete genutzt. Im Gegenzug greift auch die Telekom auf Masten anderer Anbieter zurück. Der Ausbau läuft stetig. Erst im Februar begannen zwischen Nieder Steffenshagen und Ober Steffenshagen im Kreis Rostock Bauarbeiten für einen 47 Meter hohen Stahlgittermast. 

„In erster Linie werden Kundinnen und Kunden der Telekom von unserem Mast profitieren, wir bieten unseren Standort aber auch allen anderen Mobilfunkanbietern an, so dass keine zusätzlichen Masten errichtet werden müssen“, sagte Bruno Jacobfeuerborn, Geschäftsführer Deutsche Funkturm, beim Baustart. In der Regel gehe eine Mobilfunkstation sechs bis zwölf Monate nach dem Bau in Betrieb.

Vodafone baut Netz in MV aus

Vodafone betreibt in MV nach eigenen Angaben 932 Mobilfunkstationen und will die Infrastruktur weiter ausbauen. Bis Mitte 2027 sollen 27 neue Mobilfunkstandorte in Betrieb genommen werden, um Funklöcher in der mobilen Breitbandversorgung zu beseitigen beziehungsweise zu vermeiden.

Für den Ausbau gibt es Gründe: „Der mobile Datenverkehr in Mecklenburg-Vorpommern wächst rasant - mit einer jährlichen Steigerungsrate von aktuell mehr als 35 Prozent“, sagt Konzernsprecher Volker Petendorf. Einheimische und Touristen surften immer stärker im mobilen Internet - etwa aus beruflichen Gründen oder um ihre Bankgeschäfte, Online-Buchungen und Bestellungen zu organisieren. 

Vielfach würden über die Mobilfunknetze auch soziale Medien genutzt, Videos in HD-Qualität angeschaut, Events aus Kultur und Sport wie Fußball-Bundesliga, Champions League, Handball im Livestream verfolgt oder die Nachrichtenportale von Medienhäusern genutzt. „Dieser starken Nachfrage der Bevölkerung tragen wir permanent mit unseren Investitionen in den Ausbau des Netzes Rechnung“, so Petendorf.

Wenige Funklöcher an der Autobahn

Auch die bundeseigene Autobahngesellschaft ist im Ausbau der G5-Mobilfunklandschaft engagiert. „Wir haben den Versorgern die Möglichkeit eingeräumt, uns zu sagen, wo sie gerne stehen würden auf Autobahngrundstücken. Das haben wir großzügig zugelassen und es wurde genutzt“, sagte der Direktor der Niederlassung Nordost der Autobahn GmbH, Ronald Normann. „Wenn man heute auf Autobahnen durch Brandenburg und auch durch Mecklenburg-Vorpommern fährt, hat man schon wesentlich weniger Funklöcher. Man hat noch ein paar, aber es sind weniger geworden.“

Ohne Masten wäre ein flächendeckender Mobilfunkempfang schwierig.Bernd Wüstneck/dpa

Ohne Masten wäre ein flächendeckender Mobilfunkempfang schwierig.Bernd Wüstneck/dpa

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