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Mittelstürmerinnen-Casting: DFB-Frauen suchen WM-Torjägerin

Melissa - wer? Mit zwei Toren hat die Ex-Potsdamerin Kössler zum Auftakt der WM-Saison ihren Namen in den Vordergrund gerückt. Der Bundestrainer findet die Auswahl auf ihrer Position „ausbaufähig“.

11.10.2026

Empfahl sich gegen Australien: Angreiferin Melissa Kössler. Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Empfahl sich gegen Australien: Angreiferin Melissa Kössler. Sebastian Christoph Gollnow/dpa

© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Deutschland Fußballerinnen suchen eine Mittelstürmerin: Für die Olympia-Qualifikation im nächsten Frühjahr, für die Weltmeisterschaft im Sommer in Brasilien - und gerne für die weitere Zukunft mit Blick auf die Heim-EM 2029. Beim 4:2-Sieg gegen Australien konnte sich US-Profi Melissa Kössler mit ihren ersten beiden Länderspieltoren empfehlen. Vor dem nächsten Härtetest gegen Japan am Dienstag (17.45 Uhr/ARD) in Bremen sucht Bundestrainer Christian Wück weiter „so eine Eier legende Wollmilchsau. Ich weiß aber auch, dass solche Spielerinnen sehr rar gesät sind.“

Zwei Jahre nach dem Rücktritt von Stürmerstar Alexandra Popp (67 Tore in 145 Länderspielen/inzwischen bei Borussia Dortmund) ist eine Torjägerin von internationalem Format noch nicht gefunden. Das Portfolio, das sie mitbringen soll, beschreibt Wück so: „Wir brauchen eine körperlich starke Spielerin, die Bälle verteidigen kann, die Bälle verteilen kann, die Bälle festmachen kann, die dazu noch torgefährlich ist, die sich im eins gegen eins durchsetzen kann.“ Die derzeitigen Kandidatinnen für den Platz im Sturmzentrum: 

Melissa Kössler

Die frühere Offensivkraft von Turbine Potsdam und der TSG Hoffenheim überzeugte in Karlsruhe. „Wenn man zwei Tore macht, wenn man so agiert, in den Zweikämpfen, wenn man Bälle verteidigt und Bälle verteilt, dann ist es genau das, was wir in unserem Spielsystem brauchen“, sagte Wück über die 26-Jährige von Denver Summit FC. „Sie wird den anderen Mittelstürmerinnen, die wir im Kader haben gehörig Druck machen.“

Kössler (Vorbilder: Thomas Müller und Anja Mittag) hat in der National Women’s Soccer League noch einmal einen großen Schritt gemacht. „Vor allem im athletischen Bereich extrem“, sagte sie selbst. „Ganz, ganz viel Erfahrung, viel Robustheit“, bringe sie jetzt mit und erklärte den Fußball in den USA so: „Es ist ein viel schnelleres Spiel, es ist sehr direkt.“ 

Lea Schüller 

Spielte oft noch neben Popp und galt eigentlich als designierte Nachfolgerin der langjährigen Wolfsburgerin. Schüllers Quote in der DFB-Auswahl ist fantastisch: 56 Treffer in 87 Einsätzen. Doch bei der EM 2025 in der Schweiz verlor sie ihren Platz im Team, später auch beim FC Bayern München und wechselte vergangenen Winter zu Manchester United. Auch dort tut sich die 28-Jährige schwer. Und zuletzt konnte sie sich kaum noch empfehlen bei den DFB-Frauen: Die Nations-League-Finalspiele gegen Spanien verpasste sie aus familiären Gründen. Am Samstag musste sie wegen eines Infekts abreisen. 

Larissa Mühlhaus

Auch die frühere Hamburgerin und Bremerin muss bei diesem Lehrgang erkrankt passen. Dabei war sie bei ihrem neuen Club Eintracht Frankfurt gerade erst aus nach einer Verletzung wieder zurück. Aber: Die 23-Jährige hat auch schon in Wücks Kader überzeugt - wie bei ihrem Debüt beim 5:0 gegen Slowenien im März, als sie ein Tor erzielte. 

Giovanna Hoffmann

Bei der EM warf Wück die damalige Leipzigerin im erfolgreichen Viertelfinale gegen Frankreich rein - und Hoffmann überzeugte durch ihre Robustheit und Laufbereitschaft. Im Oktober erlitt sie einen Kreuzbandriss, musste in diesem Sommer erneut operiert werden. So konnte die 28-Jährige für ihren neuen Club Wolfsburg noch gar nicht auflaufen - und die Zeit bis zur WM könnte knapp werden. 

Nicole Anyomi

Mal Licht, mal Schatten - Anyomi gilt fünf Jahre nach ihrem Debüt im DFB-Team oft als Wackelkandidatin. Auch dieses Mal wurde die Ex-Frankfurterin nur nachnominiert. Bei ihrem neuen Verein London City Lionesses muss sie sich erst noch durchsetzen. Und Spielzeit im Club ist für Wück die „Währung, die am wichtigsten ist“. Gegen Australien kam Anyomi als Joker - und vergab eine dicke Torchance.

Wücks Fazit: „Ich persönlich hoffe, dass Gio Hoffmann irgendwann wieder zurückkommt“, weil sie seine verlangten Eigenschaften genau verkörpere. „Wir haben eine Nicole Anyomi, eine die das auch spielen kann. Lea Schüller hat eine unheimlich gute Torquote bei uns“, sagte der Bundestrainer zur Mittelstürmerinnen-Diskussion. „Also wir haben schon eine gewisse Anzahl an Alternativen - aber es ist im Moment noch ausbaufähig.“

Die Ex-Frankfurterin Nicole Anyomi kämpft um einen Platz im DFB-Team.Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Die Ex-Frankfurterin Nicole Anyomi kämpft um einen Platz im DFB-Team.Sebastian Christoph Gollnow/dpa

© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Muss auch in Bremen gegen Japan wegen eines Infekts passen: Torjägerin Lea Schüller. Daniel Karmann/dpa

Muss auch in Bremen gegen Japan wegen eines Infekts passen: Torjägerin Lea Schüller. Daniel Karmann/dpa

© Daniel Karmann/dpa