Ministerium: Amokfahrer vor Tat in psychiatrischer Klinik
Der Amokfahrer von Leipzig war kurz vor der Tat freiwillig in psychiatrischer Behandlung. Warum die Klinik keine Gründe sah, ihn festzuhalten.
Nur wenige Tage vor seiner Amokfahrt durch die Leipziger Innenstadt war der Täter in stationärer Behandlung in einer psychiatrischen Klinik, bestätigte das Sozialministerium in Dresden. Jan Woitas/dpa
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Der für die Amokfahrt in Leipzig verantwortliche Täter ist nur wenige Tage zuvor in stationärer Behandlung in einer psychiatrischen Einrichtung gewesen. Wie das Sozialministerium in Dresden bestätigte, hielt sich der 33-Jährige auf eigenen Wunsch freiwillig in der Klinik auf.
Nach einem Bericht der „Leipziger Volkszeitung“ soll es sich um das Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie in Altscherbitz (Kreis Nordsachsen) gehandelt haben.
Nach Ministeriumsangaben ist der in Leipzig lebende Amokfahrer Ende April entlassen worden. „Während der Zeit dieses Aufenthalts in der Klinik bestand keine Eigen- oder Fremdgefährdung. Es lagen damit keine medizinischen Gründe vor, den Patienten, der sich freiwillig in der Klinik aufhielt, am Verlassen der Klinik zu hindern und damit gegen seinen Willen festzuhalten“, hieß es.
Der 33-jährige Deutsche hatte am Montagnachmittag sein Fahrzeug mehrere hundert Meter durch eine belebte Einkaufsstraße in der Leipziger Innenstadt gesteuert und dabei zwei Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt.