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Minister: Todesfall und Stationsschließung ohne Zusammenhang

Nach der Verlegung der Gefäßchirurgie wegen der Krankenhausreform stirbt ein Patient am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam. Hängt das zusammen? Das wurde geprüft.

30.09.2026

Nach einem Todesfall am Klinikum Ernst von Bergmann liegt nach Angaben des Gesundheitsministeriums ein Gutachten vor. (Archivbild)Michael Bahlo/dpa

Nach einem Todesfall am Klinikum Ernst von Bergmann liegt nach Angaben des Gesundheitsministeriums ein Gutachten vor. (Archivbild)Michael Bahlo/dpa

© Michael Bahlo/dpa

Die Schließung der Gefäßchirurgie am größten Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann hat laut Gesundheitsministerium nichts mit dem Todesfall eines Gefäßpatienten zu tun. Brandenburgs Gesundheitsminister René Wilke (SPD) sagte im Gesundheitsausschuss des Landtags, es liege nach dem Todesfall ein Gutachten vor. 

„Ich kann heute erstmal nur die Kernschlussfolgerung mitteilen, nämlich dass es keinen Zusammenhang zur Schließung der Gefäßchirurgie oder zur Umstrukturierung gab“, sagte der Minister. Alles Weitere sei die Entscheidung des Trägers, der Stadt Potsdam, und des Krankenhauses. „Jeder Todesfall ist einer, der mit Schmerz, Trauer und noch viel mehr zu tun hat.“

Umstrukturierung zweier Krankenhäuser

Das Klinikum Ernst von Bergmann (EVB) bietet seit August keine Orthopädie und Gefäßchirurgie an. Beides wurde vom St. Josefs-Krankenhaus und der Oberlinklinik in Potsdam übernommen. Das St. Josefs-Krankenhaus schloss wiederum Neurologie sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe, die das Bergmann-Klinikum übernahm. Als Grund der Schließungen gaben beide Kliniken die Krankenhausreform an, die eine Spezialisierung vorsieht. 

Nach der Verlegung der Gefäßchirurgie starb ein mutmaßlicher Gefäßpatient am EVB. Das Krankenhaus erklärte danach, dass der Behandlungsverlauf rekonstruiert und ein Zusammenhang zur Schließung der Gefäßchirurgie über ein externes Begutachtungsverfahren veranlasst worden sei.

Wilke fordert Entschuldigung

Gesundheitsminister Wilke rief die AfD-Landtagsabgeordnete Daniela Oeynhausen dazu auf, sich zu entschuldigen, weil sie einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Todesfall und der Umstrukturierung hergestellt hatte. Bei Instagram fragte sie Anfang September: „Forderte die Krankenhausreform schon ein Todesopfer?“ 

Wilke forderte sie zu Konsequenzen auf. „Und dann freuen wir uns auf Ihr nächstes Video, in dem Sie sich entschuldigen für das, was sie in den letzten Wochen so an Behauptungen von sich gegeben haben - das wäre zumindest erwartbar und fair“, sagte er im Ausschuss.

Die AfD-Gesundheitspolitikerin forderte von der rot-schwarzen Landesregierung, sie hätte die Krankenhausreform der Bundesregierung verhindern müssen. „Aber eine SPD-Krähe hackt der anderen kein Auge aus“, sagte Oeynhausen. Sie wies Kritik zurück. Die Ausschussvorsitzende Ellen Fährmann störte sich an der Formulierung mit den Krähen.

Das Klinikum Ernst von Bergmann äußerte sich zunächst nicht zu dem Gutachten. Das EVB hatte nach der Verlegung der zwei Abteilungen eigene Fehler bei der Kommunikation eingeräumt. Geschäftsführer Tomislav Gmajnic verteidigte die Umstrukturierungen.