Mehr Häuser in zweiter Reihe gefragt - aber eine Preisfrage
Die Nachfrage nach Immobilien in Brandenburg steigt – nicht nur im Berliner Speckgürtel. Was der Bericht zum Grundstückmarkt zeigt.
Brandenburgs Hauskäufer stehen vor großen Preisunterschieden. (Symbolbild)Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
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Die Nachfrage nach dem eigenen Häuschen steigt in Brandenburg - auch in weiter von Berlin entfernten Regionen. Eine gute Verkehrsanbindung und die Arbeit im Homeoffice wirkten sich deutlich auf das Interesse in der zweiten und dritten Reihe aus, sagte Verkehrsstaatssekretär Uwe Schüler in Potsdam bei der Vorstellung des Grundstücksmarktberichts für 2025.
Ein Ergebnis: Im Speckgürtel um Berlin sind die ohnehin hohen Immobilienpreise stabil geblieben - dagegen in weiter entfernteren Orten gestiegen.
Im Landesdurchschnitt war ein Einfamilienhaus für 361.000 Euro zu haben - ein nahezu unveränderter Kaufpreis im Vergleich zu 2024. Regional gibt es aber große Unterschiede.
Zudem sind Eigentumswohnungen begehrter - aber auch teurer geworden.
Was sagen die landesweiten Zahlen?
Die Zahl der Kaufverträge ist in ganz Brandenburg im Jahr 2025 auf rund 27.000 gestiegen - ein Plus von sieben Prozent. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf etwa 7,2 Milliarden Euro.
Dies sei nach der Talsohle 2023 im zweiten Jahr in Folge eine Steigerung, so Schüler. Der Immobilienmarkt sei auf einem Erholungskurs. In den Vorjahren war der Umsatz wegen Zinssteigerungen, Unsicherheiten durch den Ukraine-Krieg und die Corona-Pandemie eingebrochen, wie es hieß.
Die meisten Kaufverträge wurden in Potsdam abgeschlossen, gefolgt von Oranienburg und Cottbus. Es sei erstaunlich, dass die Stadt in Südbrandenburg so weit vorn liege, sagte der Vorsitzende des Oberen Gutachterausschusses, Wilk Mroß.
Der Vergleich zwischen Umland und entfernteren Regionen
Wer im Berliner Umland - also dem Speckgürtel - ein Einfamiliengrundstück kaufte, musste im Durchschnitt 318 Euro pro Quadratmeter hinlegen. Im weiteren Metropolenraum waren es 111 Euro - nach 103 Euro im Jahr 2024.
Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern sehen die Kaufpreis-Unterschiede so aus:
- In Kleinmachnow lag der Durchschnittspreis bei 905.000 Euro, in Stansdorf bei 700 000 Euro und in der Landeshauptstadt Potsdam bei 691.000 Euro.
- Ganz unten im Preisranking liegt der äußerste Nordosten etwa mit Karstädt und Putlitz: Der Kaufpreis für ein Einfamilienhaus lag dort bei 99.770 beziehungsweise 98.700 Euro. Welzow ganz im Süden Brandenburgs wurde mit 114.000 Euro angegeben.
Spürbares Plus bei Eigentumswohnungen
Oder soll es lieber die Eigentumswohnung sein? Bei den Erstverkäufen ließ sich hier für 2025 ein Anstieg von 9 Prozent erkennen. Der landesweite Durchschnittspreis für eine neu errichtete Eigentumswohnung stieg um 5 Prozent auf 424.000 Euro (2024: 404.000 Euro).
Bevölkerung im „zweiten Ring“ wächst
Laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg erlebt der sogenannte zweite Ring in Brandenburg, der sich an den Berliner Speckgürtel anschließt, künftig ein Bevölkerungswachstum. Das Gebiet umfasst 50 Gemeinden mit rund 240.000 Einwohnern, darunter sind Städte wie Fürstenwalde/Spree, Zossen oder Nauen.
Nach einer Bevölkerungsprognose bis zum Jahr 2040 werden brandenburgweit im „zweiten Ring“ auch die meisten Kinder geboren. Schlusslicht soll das Berliner Umland sein, wie das Amt für Statistik mitteilte. Dazu zählen Kommunen wie Potsdam, Kleinmachnow, Falkensee, Blankenfelde-Mahlow und Bernau bei Berlin.