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Mehr Geld für Beschäftigte im Einzel- und Versandhandel

Nach Warnstreiks und Aktionen: Verdi und Handelsverband einigen sich auf mehr Lohn. Was das im Detail bedeutet.

15.09.2026

Die Tarifparteien haben einen Abschluss im baden-württembergischen Einzelhandel erzielt. (Archivbild)Thomas Banneyer/dpa

Die Tarifparteien haben einen Abschluss im baden-württembergischen Einzelhandel erzielt. (Archivbild)Thomas Banneyer/dpa

© Thomas Banneyer/dpa

Die rund 500.000 Beschäftigten im baden-württembergischen Einzel- und Versandhandel bekommen mehr Geld. Darauf haben sich der Handelsverband Baden-Württemberg und die Gewerkschaft Verdi nach übereinstimmenden Angaben in der vierten Verhandlungsrunde geeinigt. Vorausgegangen waren zahlreiche betriebliche Aktionen und Warnstreiks.

Laut dem Tarifabschluss werden Löhne und Gehälter um 3,0 Prozent zum 1. Juli 2026 sowie um 2,0 Prozent zum 1. April 2027 erhöht. Die Ausbildungsvergütungen würden angehoben, untere Entgeltgruppen besonders gestärkt. Der Tarifvertrag hat den Angaben nach eine Laufzeit von 25 Monaten.

Kompromiss errungen

Die Tarifeinigung übernimmt laut Verdi wie auch in Ländern wie Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz die Ergebnisse, wie sie zuerst Ende August in Nordrhein-Westfalen erzielt wurden. Verhandlungsführer Wolfgang Krüger sagte, der Tarifabschluss sei von den Beschäftigten in den Betrieben erkämpft worden. „Ohne ihren Einsatz wäre dieser Abschluss nicht möglich gewesen.“

Verdi hatte eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 300 Euro gefordert. Auszubildende sollten künftig 150 Euro mehr bekommen.

Der Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite, Philip Merten, sprach von einem herausfordernden und schmerzhaften Kompromiss. „Der Einzelhandel steht weiterhin unter erheblichem Kostendruck“, erklärte er unter anderem mit Verweis auf steigende Personal-, Energie- und Logistikkosten. „Die zusätzlichen Belastungen aus dem Tarifabschluss müssen von den Unternehmen erst einmal erwirtschaftet werden.“