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Arbeitslosigkeit im Juli in Thüringen gestiegen

Im Juli waren im Freistaat mehr Menschen arbeitslos gemeldet als im Monat zuvor. Die Arbeitsagentur spricht von einem saisonüblichen Anstieg.

31.07.2026

Die Arbeitsagentur sieht saisonübliche Effekte.Hendrik Schmidt/dpa

Die Arbeitsagentur sieht saisonübliche Effekte.Hendrik Schmidt/dpa

© Hendrik Schmidt/dpa

In Thüringen ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mitteilte, waren im Juli 71.152 Männer und Frauen im Freistaat ohne Job. Das waren 2.767 Menschen oder 4 Prozent mehr als im Juni. Allerdings waren es 811 Arbeitslose beziehungsweise 1,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. 

Die Arbeitslosenquote betrug 6,5 Prozent und lag 0,2 Prozentpunkte über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 6,5 Prozent. Stichtag für die aktuelle Statistik war der 13. Juli.

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli war vor allem durch saisonale Effekte geprägt“, sagte der Chef der Regionaldirektion, Markus Behrens. So suchten mit Ende des Schul- sowie Ausbildungsjahres viele junge Menschen nach Jobs - während zahlreiche Betriebe zunächst kein neues Personal einstellten. „Gleichzeitig wirkten sich die anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten auf den Arbeitsmarkt aus“. Demnach prüften Unternehmen die Neueinstellungen besonders sorgfältig.

Mehr neue Stellen

Als positiv bezeichnete Behrens die Entwicklung der neuen Stellen. Den Angaben zufolge wurden im Juli 3.503 freie Stellen in Thüringer Betrieben neu gemeldet. Das waren 329 Stellen beziehungsweise 10,4 Prozent mehr als im Juni - sowie 226 mehr als vor einem Jahr (6,9 Prozent). Seit Jahresbeginn wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern in Thüringen 23.920 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das seien 11,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Behrens sprach jedoch auch von einer Verschärfung der strukturellen Herausforderungen, etwa mit Blick auf die steigende Langzeitarbeitslosigkeit. Vor allem Menschen mit geringen Qualifikationen oder ohne Berufsabschluss hätten es zunehmend schwer, einen Job zu finden. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen lag den Angaben nach mit 25.346 bei 35,6 Prozent.

Die Zahlen zeigten, dass die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt größer und aktive Arbeitsmarktpolitik wichtiger werde, hieß es vom Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB). „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten müssen sich Beschäftigte darauf verlassen können, dass der Sozialstaat sie absichert“, sagte Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen. Forderungen nach einer Verkürzung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes seitens der Arbeitgeber wiesen sie entschieden zurück.