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Maschinenbauer Hermle legt 2025 dank Großaufträgen zu

Großaufträge aus dem Ausland retten Hermle das Jahr. Zumindest fast: Denn trotz höherem Umsatz bleibt der Gewinn deutlich hinter dem Vorjahr zurück. Wie geht es 2026 für den Maschinenbauer weiter?

30.04.2026

Der Maschinenbauer Hermle hat 2025 dank Großaufträgen mehr Umsatz gemacht. (Archivbild)Bernd Weißbrod/dpa

Der Maschinenbauer Hermle hat 2025 dank Großaufträgen mehr Umsatz gemacht. (Archivbild)Bernd Weißbrod/dpa

© Bernd Weißbrod/dpa

Wegen vieler neuer Aufträge im zweiten Halbjahr hat sich das Geschäft des Maschinenbauers Berthold Hermle 2025 besser entwickelt als erwartet. Die umfangreichen neuen Bestellungen kamen aus dem Ausland, teilweise von Start-up-Unternehmen, wie das Unternehmen aus Gosheim im Landkreis Tuttlingen mitteilte. Damit habe man die deutlich gesunkene Inlandsnachfrage mehr als ausgleichen können. 

Der Auftragseingang des Werkzeugmaschinen- und Automationsspezialisten stieg im vergangenen Jahr demnach um 5,9 Prozent auf 483,8 Millionen Euro. Da die neuen Projekte bis Ende 2025 abgearbeitet worden seien, habe sich auch der Umsatz deutlich besser entwickelt, als zu Jahresbeginn erwartet. Dieser stieg leicht auf rund 492 Millionen Euro. 

Trotz Endspurt: Gewinn geht deutlich zurück

Das Betriebsergebnis sackte um 18,9 Prozent auf 69,2 Millionen Euro ab. Der Wert habe aber nicht nur die Prognose zu Jahresbeginn übertroffen, sondern auch die wegen der besseren Auslastung nach oben korrigierte Erwartung. 

Im ersten Halbjahr - also vor den Großaufträgen - waren die Kapazitäten bei Hermle nicht gut ausgelastet. Beschäftigte waren auch in Kurzarbeit. Als weitere Gründe für den Rückgang nannte der Mittelständler unter anderem den gestiegenen Preis- und Wettbewerbsdruck, hohe Personal- und Energiekosten sowie Währungseffekte. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 51,4 Millionen Euro übrig (minus 22 Prozent). 

Die Maschinen von Hermle kommen in vielen Branchen zum Einsatz. (Archivbild)Bernd Weißbrod/dpa

Die Maschinen von Hermle kommen in vielen Branchen zum Einsatz. (Archivbild)Bernd Weißbrod/dpa

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Vorsichtiger Ausblick auf 2026

Für 2026 zeigt sich das Unternehmen vorsichtig optimistisch. Im besten Fall könne der Umsatz um rund zehn Prozent steigen. Bei ungünstigem Verlauf sei aber auch ein Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich möglich. Das Betriebsergebnis könnte im positiven Szenario annähernd das Vorjahresniveau erreichen, im negativen Fall jedoch um bis zu 50 Prozent sinken. Die Folgen des Iran-Kriegs seien nicht abschätzbar und daher nicht in der Prognose enthalten.

Hermle stellt vor allem Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren her. Das sind computergesteuerte Maschinen, mit denen zum Beispiel Metallteile sehr exakt gefräst werden können. Zum Einsatz kommen sie in Branchen wie der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik, der Elektronik- und Chipindustrie sowie dem Maschinenbau und der Automobilindustrie.