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Martin Kühl zum neuen Bürgermeister von Klütz gewählt

Amtsvorgänger Jürgen Mevius war im Streit um einen Auftritt des jüdischen Publizisten Michel Friedman in Klütz zurückgetreten. Jetzt steht sein Nachfolger fest.

01.02.2026

Ein Streit um einen Auftritt des Publizisten Michel Friedman in Klütz mündete in der Neuwahl des Bürgermeisters. (Symbolbild)Jens Büttner/dpa

Ein Streit um einen Auftritt des Publizisten Michel Friedman in Klütz mündete in der Neuwahl des Bürgermeisters. (Symbolbild)Jens Büttner/dpa

© Jens Büttner/dpa

Martin Kühl ist neuer Bürgermeister der Kleinstadt Klütz im Landkreis Nordwestmecklenburg. Der Kommunalpolitiker von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) setzte sich mit 54 Prozent der Stimmen gegen seinen Mitbewerber Torben Menck, ebenfalls von der UWG, durch.

Die Neuwahl war notwendig geworden, nachdem Amtsinhaber Jürgen Mevius (UWG) Ende September im Zuge der Affäre um die Ausladung des jüdischen Publizisten Michel Friedman von einer Lesung im Literaturhaus der Stadt zurückgetreten war.

Nach eigenem Bekunden gegenüber der „Ostsee-Zeitung“ fühlte Mevius sich seinerzeit unfair behandelt. „Was mit der schlichten Absage eines Termins, für den es noch keinen Vertrag und keine gesicherte Finanzierung gab, begann, wurde zu einer Verleumdungskampagne gegen mich und die Stadtvertretung, ja sogar gegen die ganze Region“, so der Politiker in dem Statement.

Friedman sollte im Oktober 2026 im Rahmen einer Hannah-Arendt-Woche im Klützer Literaturhaus in der 3.000-Einwohner-Stadt an der Ostsee auftreten. Doch die Veranstaltung wurde abgesagt. Der Leiter des Literaturhauses, Oliver Hintz, begründete gegenüber dpa die Absage mit einem Telefonanruf von Bürgermeister Mevius. Die Ausladung des Publizisten löste deutschlandweit Kritik aus. Hintz verlor im Zuge der Affäre seinen Job.