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Mario Voigt spürt „inneres Dilemma“ bei Doktortitel-Kampf

Der Regierungschef kämpft vor Gericht um seinen Doktortitel. Der 49-Jährige spricht im Fernsehen darüber, wie sehr ihn das Thema beschäftigt.

09.09.2026

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt spürt im Kampf um seinen Doktortitel ein Dilemma. Martin Schutt/dpa

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt spürt im Kampf um seinen Doktortitel ein Dilemma. Martin Schutt/dpa

© Martin Schutt/dpa

Der wegen seiner Dissertation unter Druck stehende Thüringer Ministerpräsident Mario Voigt sieht sich im Kampf um seinen Doktortitel in einem Dilemma. „Das eine ist das, wo ich eine Lebensleistung drin habe und mich meine Eltern drin unterstützt haben und wo ich auch quasi viel Herzblut reingesteckt habe“, sagte Voigt in der MDR-Sendung „Fakt ist!“. Auf der anderen Seite sei er für das Land Thüringen verantwortlich. „Klar kann man jetzt sagen, hättest du da nicht früher den Stecker ziehen können. Aber ich sage Ihnen, das ist ein inneres Dilemma, mit dem lebe ich. Das beschäftigt mich auch, das ist auch eine Frage, die ich wälze“, sagte Voigt in der Sendung.

AfD setzt Voigt immer wieder unter Druck

Vor allem die oppositionelle AfD mit ihrem Landespartei- und Fraktionschef Björn Höcke setzt Voigt wegen des Entzugs seines Doktortitels immer wieder unter Druck. Höcke forderte den Ministerpräsidenten bereits zweimal mit einem konstruktiven Misstrauensvotum im Parlament heraus. Doch Voigt überstand die Angriffe. Höcke, der selbst kandidierte, scheiterte. 

Erste Vorwürfe, dass Voigt in seiner Dissertation unsauber gearbeitet haben soll, waren in der heißen Phase des Landtagswahlkampfs 2024 aufgekommen. Im Februar dieses Jahres wurde dann bekannt, dass die Technische Universität Chemnitz Voigt den Doktortitel aberkennt. Ein Widerspruch gegen die Entscheidung blieb erfolglos. Inzwischen hat Voigt vor dem Verwaltungsgericht Chemnitz gegen den Entzug des Titels geklagt. Doch das Verfahren könnte sich hinziehen. 

Voigt moniert „Skandalisierungen“ 

Der Regierungschef betonte, dass ihn die Sache „keinen Tag“ davon abhalte, „Thüringen voranzubringen“. Er sei kein Titel-Fetischist, der Doktortitel an sich sei ihm nicht wichtig. „Ich komme aus einem 160-Einwohner-Dorf. Alle Lebensfragen, die klären sich für mich bei der Dorfkirmes.“ Es gehe ihm um die Leistung, um die Arbeit, die er reingesteckt habe und um Fairness. 

Voigt kritisierte in der Sendung, dass jeder einzelne Schritt, den er in einem rechtsstaatlichen Verfahren gehe, skandalisiert werde. „Da können Sie sicher sein, dass mich das nachdenklich stimmt.“