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Mannheim startet Pilotprojekt mit Kameras gegen Müll

Kippen, Becher, Sperrmüll: Mannheims Abfall bekommt jetzt digitale Aufmerksamkeit. Wie Kameras auf Müllfahrzeugen für mehr Sauberkeit sorgen sollen.

25.03.2026

Mannheim will dem Dreck in der Stadt zu Leibe rücken. (Symbolbild)Felix Kästle/dpa

Mannheim will dem Dreck in der Stadt zu Leibe rücken. (Symbolbild)Felix Kästle/dpa

© Felix Kästle/dpa

Ob Zigarettenkippen, Pappbecher, Glasscherben oder illegal abgelegter Sperrmüll – Mannheim will dem Dreck in der Stadt zu Leibe rücken, und zwar mit digitaler Hilfe. Dafür sollen im Rahmen eines Pilotprojektes kommunale Abfallsammelfahrzeuge mit Kameras nebst Recheneinheit ausgerüstet werden. Die Kameras erkennen den Müll und speichern dann Ort, Zeitpunkt und Art der Verschmutzung, teilte die Stadt weiter mit. Mitsamt einem Foto - eventuell erkennbare Kennzeichen oder Gesichter werden vorher verpixelt - sollen diese Daten dann an den Abfallwirtschaftsbetrieb übertragen werden. 

Mit Daten gegen Dreck

„Die Daten helfen, stark verschmutzte Bereiche zu erkennen, Entwicklungen über längere Zeiträume zu beobachten und Reinigungseinsätze besser zu planen“, erläuterte die Stadt. Zunächst sollen den Angaben zufolge fünf Müllfahrzeuge mit den optischen Systemen ausgestattet werden, darunter ein Sammelfahrzeug für Biomüll und eines für Sperrmüll. 

Müllautos mit Kamera sollen den Dreck in Mannheim künftig digital erfassen. Stadt Mannheim

Müllautos mit Kamera sollen den Dreck in Mannheim künftig digital erfassen. Stadt Mannheim

© Stadt Mannheim

Verwendet würden dabei zwei Arten von Kamerasystemen: Bei dem einen System sei die Kamera hinter der Windschutzscheibe angebracht und sehe die Straßen aus der Fahrerperspektive. Diese Kamera erkenne Sperrmüllhaufen und verklebte Verkehrszeichen. Beim zweiten System werde die Kamera außen an die Fahrerkabine montiert. Dadurch soll kleinteiliger Müll und achtlos weggeworfener Abfall erkannt werden. 

„Besonders stark verschmutzte Straßen erhalten eine entsprechend schlechte Bewertung“ - entsprechend könnten dann Maßnahmen zur Reinigung gesteuert und veranlasst werden, sagte die Stadt weiter. Die erste Pilotphase soll mit einem Techniktest etwa vier Monate dauern. Sollte sich die Technik bewähren, werde es einen zwölfmonatigen Praxistest geben.