dpa

Malaria am Flughafen: Risiko für Rheinland-Pfalz ist gering

Warum bleibt das Risiko für Malaria in Rheinland-Pfalz niedrig? Ein Experte erklärt, welche Faktoren eine Rolle spielen und was steigende Temperaturen für die Zukunft bedeuten könnten.

16.09.2026

Das Malaria-Risiko ist am Flughafen Hahn Experten zufolge gering. (Archivbild)Thomas Frey/dpa

Das Malaria-Risiko ist am Flughafen Hahn Experten zufolge gering. (Archivbild)Thomas Frey/dpa

© Thomas Frey/dpa

Nach den Malaria-Fällen am Frankfurter Flughafen sieht das Landesuntersuchungsamt (LUA) derzeit ein sehr geringes Risiko für Rheinland-Pfalz. „Das aktuelle Expositionsrisiko ist auf das Umfeld des Frankfurter Flughafens konzentriert“, teilte ein Amtssprecher mit. „Für Personen, die sich ausschließlich in Rheinland-Pfalz aufhalten, ist das Risiko derzeit als sehr gering einzuschätzen.“

Eine direkte Übertragung könne wie beim aktuellen Geschehen in Frankfurt durch eingeschleppte, infizierte Mücken verursacht werden, erklärte der Sprecher. Eine solche Mücke könne etwa mit einem Flugzeug oder über Gepäck nach Deutschland gelangen und Menschen stechen. Das Risiko sei vor allem im Umfeld eines Flughafens relevant, insbesondere für Beschäftigte im Vorfeld-, Fracht- oder Gepäckbereich.

Für eine längerfristige Übertragung in Deutschland müssten dagegen heimische, geeignete Anopheles-Mücken den Erreger von einem infizierten Menschen aufnehmen und weitergeben, so der Experte. Dafür seien unter anderem ausreichend geeignete Mücken und über längere Zeit günstige Temperaturen nötig. Mit einer solchen Übertragungskette sei derzeit in Deutschland und Rheinland-Pfalz nicht zu rechnen. „Mit zunehmenden Temperaturen und längeren warmen Perioden könnten sich die Bedingungen für die Übertragung von Malaria in Europa zukünftig aber verändern“, sagte der Sprecher.

Auch vom Flughafen Hahn gehe wegen des deutlich geringeren Flugaufkommens und der Flugverbindungen ein geringeres Risiko für sogenannte Flughafenmalaria aus als von großen internationalen Flughäfen mit zahlreichen Direktverbindungen aus Malaria-Gebieten. 

In Rheinland-Pfalz gab es nach LUA-Angaben in diesem Jahr bislang 28 gemeldete Fälle von im Ausland erworbener Malaria. 2025 waren es demnach 35 Fälle, im Jahr 2024 waren es 40.