Magdeburg setzt auf Defensive – Kompakter FCM vor Topspiel
Nach drei Pflichtspielsiegen in Serie ohne Gegentor reist der 1. FC Magdeburg mit breiter Brust ins Berliner Olympiastadion. Grund für den Erfolg ist auch ein neuer spieltaktischer Ansatz an der Elbe.
Anselmo García Mac Nulty (r) konnte mit seinem Team zuletzt dreimal in Serie jubeln (Archivbild)Julius Frick/dpa
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Der Katastrophenstart ist vergessen, nun lockt sogar ein Vereinsrekord: Der 1. FC Magdeburg geht mit breiter Brust ins Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga gegen Hertha BSC am Sonntag (13.30 Uhr/Sky). Gründe für das neue Selbstbewusstsein sind drei Pflichtspielsiege in Serie ohne Gegentor und ein angepasstes Spielsystem, das schnell verinnerlicht wurde.
Umgestellt haben die Magdeburger dabei vor allem im Kopf. Nach dem 1:6 gegen Braunschweig hätten Spieler und Trainer viel gesprochen, erzählte Anselmo García Mac Nulty - und konnte der herben Pleite etwas Positives abgewinnen: „Vielleicht war es gut, dass das passiert ist, denn du hast jetzt die Reaktion gesehen. Wir sind jetzt defensiv sehr kompakt, spielen als eine Mannschaft, kämpfen alle zusammen.“
Trainer Sander passt Magdeburgs Spielstil an
Dabei muss dann auch schon mal der geliebte Ballbesitzfußball zurückstehen, wie beim 2:0 zuletzt gegen Holstein Kiel. Da hatten die Gäste mehr von Ball und Spiel, doch nur der FCM nutzte seine wenigen Torchancen eiskalt. Für Trainer Petrik Sander bestätigt das eine Erkenntnis aus der Vorsaison: „Man kann schon sagen, dass dieser Hurra-Fußball und dieses unbedingte den-Ball-haben-Wollen, nicht zwingend zum Erfolg führen.“
Hatte sich Sander in der Vorsaison noch gescheut, grundlegende Änderungen am Spielstil umzusetzen, und gern darauf verwiesen, dass man seine Mannschaft eben auch spielen lassen müsse, scheint das in dieser Spielzeit nicht mehr als Mantra zu gelten. Stattdessen üben sich die Elbestädter nun auch mal in Zurückhaltung, lassen den Gegner an sich abprallen und schlagen dann eben doch zu.
Sander: „Qualität, Dinge auszuhalten“
„Es ist eine wachsende Qualität der Mannschaft, in solchen Situationen, solchen Spielen, auch Dinge auszuhalten - tief im Block zu verteidigen, der eine kann sich auf den anderen verlassen. Die Qualität war nicht so da, jetzt ist sie da und war die Basis für den Sieg“, analysierte Sander nach dem Erfolg gegen Kiel.
Gegen die Hertha kann der FCM-Trainer nun also aus zwei Ansätzen wählen: Dem spielerisch dominanten Auftreten und dem zurückhaltenden Abwarten. Mit ersterem Ansatz haben die Magdeburger in der Vorsaison in Berlin gewonnen und in Magdeburg beim 6:4-Heimsieg eines der spektakulärsten Zweitligaspiele der vergangenen Jahre hingelegt.
Jetzt allerdings spricht viel dafür, dass der FCM sich gegen die mit drei Siegen gestarteten Berliner nicht auf einen offenen Schlagabtausch einlassen wird. Übrigens: Setzt Magdeburg seine kleine Siegesserie fort, gelingt den Blau-Weißen historisches, denn noch nie konnten sie in der 2. Bundesliga drei Siege in Serie feiern.
Trainer Petrik Sander hat seiner Mannschaft ein neues Defensivverhalten beigebrachtJulius Frick/dpa
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