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Magdeburg schneidet bei Barrierefreiheit im Vergleich gut ab

Wie gut kommen Menschen mit Einschränkungen in Magdeburg mit Bus und Bahn zurecht? Ein ADAC-Test lobt einige Stärken, zeigt aber auch deutlichen Nachholbedarf.

21.07.2026

Ein ADAC-Test bescheinigt Magdeburg Fortschritte bei der Barrierefreiheit im Nahverkehr, sieht für blinde und sehbehinderte Menschen aber weiter Verbesserungsbedarf. (Archivbild) Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Ein ADAC-Test bescheinigt Magdeburg Fortschritte bei der Barrierefreiheit im Nahverkehr, sieht für blinde und sehbehinderte Menschen aber weiter Verbesserungsbedarf. (Archivbild) Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

© Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Wer in Magdeburg mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen Bus oder Straßenbahn auf wichtigen Strecken nutzt, findet nach einer Untersuchung des ADAC insgesamt vergleichsweise gute Bedingungen vor. Für blinde und sehbehinderte Menschen gibt es an vielen Haltestellen jedoch weiterhin deutliche Hürden.

Für den bundesweiten Test untersuchte der ADAC 149 Bus- und Straßenbahnhaltestellen in zehn Städten, darunter auch Magdeburg. Bewertet wurden der Weg zur Haltestelle, deren Ausstattung sowie der Ein- und Ausstieg. In den Städten wurden Fahrten zu jeweils vier wichtigen Zielen wie Rathaus, Einkaufszentrum, Krankenhaus und Schwimmbad gewählt.

Einstieg oft einfacher als anderswo

Positiv bewertet der ADAC den Ein- und Ausstieg. Zwar erreichte keine der untersuchten Haltestellen die empfohlenen geringen Abstände zwischen Fahrzeug und Bordstein. Im Vergleich zu vielen anderen Städten seien die Abweichungen jedoch meist klein gewesen. Regelmäßige Schulungen des Fahrpersonals seien dennoch wichtig, da dessen Fahrweise entscheidend für einen möglichst barrierefreien Einstieg sei.

Auch bei den Sitzgelegenheiten schneidet Magdeburg gut ab: Rund 57 Prozent der untersuchten Haltestellen verfügen laut ADAC über Bänke mit Armlehnen. Positiv bewertet wurden außerdem die Ausstattung an der Haltestelle des Universitätsklinikums sowie das geplante barrierefreie Informations- und Ortungssystem (BIOS), das noch in diesem Sommer eingeführt werden soll.

Orientierung für Blinde oft schwierig

Den größten Nachholbedarf sieht der ADAC bei der Orientierung blinder Menschen. Nur etwa jede fünfte untersuchte Haltestelle verfügt über sogenannte Auffindestreifen, die vom Gehweg direkt zur Haltestelle führen. Zudem bemängeln die Tester unter anderem fehlende tastbare Sicherungen an Radwegen und Fahrbahnquerungen sowie Hindernisse wie Mülleimer oder Pfosten neben Leitsystemen.

Der ADAC fordert deshalb, den barrierefreien Umbau von Haltestellen schneller voranzutreiben und ausreichend Geld dafür bereitzustellen.