Männer reißen Flagge an iranischer Botschaft herunter
Zwei Männer klettern über den Zaun der iranischen Botschaft in Berlin. Bevor Polizisten eingreifen können, reißen sie die Fahne ab. Auch weitere Menschen protestieren.
Die beiden Männer wollten zwei historische Fahnen aufhängen. (Archivbild)Fabian Sommer/dpa
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Zwei Männer haben auf dem Gelände der iranischen Botschaft in Berlin am Dienstagabend nach Polizeiangaben die Flagge vom Mast gerissen. Danach wollten sie zwei historische Fahnen des Landes aufhängen, was ihnen jedoch nicht gelang, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Fahnenmast sei beschädigt worden. Die Männer im Alter von 28 und 33 Jahren verließen laut Polizei das Gelände erst, als der Objektschutz Pfefferspray einsetzte. Auf dem Gehweg wurden die beiden dann vorläufig festgenommen.
Der Vorfall steht im Kontext mit den andauernden Protesten im Iran. Seit mehr als zwei Wochen demonstrieren Iranerinnen und Iraner gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Die durch eine Wirtschaftskrise ausgelösten Proteste haben sich inzwischen zu einem landesweiten Aufstand entwickelt. Der Sicherheitsapparat reagiert mit brutaler Härte.
Zusammenhang mit Protesten im Iran
Nach den Angaben der Polizei in Berlin hatte sich bereits vor dem Vorfall an der Botschaft eine Gruppe von Menschen mit historischen Fahnen mehrmals dem Gebäude genähert.
Kurz vor 23.00 Uhr hätten dann drei Männer im Alter von 27, 30 und 40 Jahren sowie eine 46-jährige Frau den Wachschutz gezielt abgelenkt, so dass die beiden Männer über den Zaun klettern konnten. Dabei erlitt der 33-Jährige laut Polizei Schnittwunden an einer Hand. Er kam nach Polizeiangaben zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus.
Die Polizei erteilte nach eigenen Angaben den sechs Beteiligten einen Platzverweis. Gegen sie wird wegen des Verdachts der Sachbeschädigung, des Hausfriedensbruchs sowie der Verletzung von Flaggen- und Hoheitszeichen ermittel, wie der Sprecher weiter sagte.
Bei einer Demonstration am Brandenburger Tor in Berlin zeigten am Dienstagabend erneut Menschen ihre Unterstützung für die Massenproteste gegen die Regierung im Iran. Auch heute sind Kundgebungen in der Hauptstadt geplant.