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MV-Wirtschaft fehlt optimistischer Schwung

Am Bau soll das Sondervermögen des Bundes für Impulse sorgen. Aber kommt davon auch genug bei den Firmen im Land an?

17.02.2026

Die Stimmung in der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns ist verhalten. (Symbolbild)Jens Büttner/dpa

Die Stimmung in der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns ist verhalten. (Symbolbild)Jens Büttner/dpa

© Jens Büttner/dpa

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaft fehlt mit Blick auf das neue Jahr ein durchgreifender Optimismus. Der Konjunkturklima-Indikator sei zwar von 91 Punkten Anfang 2025 auf jetzt 95 Punkte gestiegen, teilten die drei Industrie- und Handelskammern (IHK) des Landes nach ihrer jüngsten Konjunkturumfrage mit. Er liege aber immer noch weit unter dem zehnjährigen Mittel von 109 Punkten.

In den Wert fließen die Einschätzungen der aktuellen Geschäftslage und die Erwartungen für das kommende Jahr ein, wie erläutert wurde. Die Konjunkturumfrage fußt nach Angaben der Kammern auf Antworten von knapp 900 Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Befragung fand demnach von Mitte Dezember bis Mitte Januar statt.

Schlechte Stimmung im Handel

Besonders schlecht ist den Angaben zufolge die Stimmung im Handel. Gründe seien die Konsumzurückhaltung der Menschen und die Konkurrenz durch den Online-Handel, insbesondere durch chinesische Billig-Plattformen. Negative Erwartungen überwiegen der Umfrage zufolge auch im Maschinen- und Fahrzeugbau.

Positiv blicken hingegen die Energieversorger auf ihre Geschäftslage. „Sie erwarten nicht, dass sich daran in den kommenden zwölf Monaten etwas wesentlich ändern wird“, heißt es. Im Ernährungsgewerbe erwarteten mehr Unternehmen eine Verbesserung ihrer Geschäftslage als eine Verschlechterung.

Baubranche in Sorge um Aufträge aus Sondervermögen

Die Baubranche treibt nach Angaben der drei IHKen die Sorge um, dass die oft kleinen Unternehmen im Land überhaupt Aufträge aus dem milliardenschweren, kreditfinanzierten Sondervermögen des Bundes abbekommen. Sie könnten sich kaum auf große Ausschreibungen bewerben. Auch Arbeitsgemeinschaften mehrerer Unternehmen halten die IHK-Chefs für nicht praktikabel.

Der Rostocker IHK-Präsident Klaus-Jürgen Strupp sagte, in anderen Bundesländern gelinge es schon seit Jahrzehnten, mit Hilfe bestimmter Formulierungen in Ausschreibungen Aufträge für heimische Unternehmen zu sichern. „Und wenn es nur darum geht, dass Große, wenn sie sich von außen bewerben, dann auch beauftragt werden, die Subunternehmer aus dem Land zu nehmen und nichts anderes.“