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Lücken bei Lebensmittelkontrollen - Fachkräfte fehlen

In vielen hessischen Gaststätten, Bäckereien und Metzgereien bleiben Lebensmittelkontrollen aus. Personalmangel und Bürokratie bremsen die Behörden.

30.01.2026

Ekel-Funde werden in Hessen in einem Internetportal veröffentlicht. (Symbolbild)Katharina Kausche/dpa

Ekel-Funde werden in Hessen in einem Internetportal veröffentlicht. (Symbolbild)Katharina Kausche/dpa

© Katharina Kausche/dpa

Bei Kontrollen in Gaststätten, Cafés und anderen Betrieben werden regelmäßig Ekel-Funde gemacht: Schimmel, schmutzige Küchengeräte, mangelhaft gekühlte Lebensmittel. Zuständig für Lebensmittelkontrollen sind in Hessen die kreisfreien Städte und Landkreise. Bei deren Kontrollen gibt es allerdings Lücken.

Die Stadt Frankfurt berichtet auf Anfrage, dass im vergangenen Jahr 46 Prozent der vorgeschriebenen Kontrollen durchgeführt wurden. Als Grund für die geringe Quote führt das Ordnungsamt auf Anfrage zum einen Personalmangel an. Zum anderen steige der Aufwand für die Dokumentation und Nachbearbeitung. Dies verringere die effektive Zeit für Kontrollen.

Der Main-Kinzig-Kreis führte 37 Prozent der planmäßigen Kontrollen durch, wie ein Sprecher mitteilt. Auch er berichtet von Personalmangel. Zudem gebe es viele weitere Kontrollen, die nicht in der Statistik auftauchten, etwa nach Beschwerden.

Wenige Proben gesundheitsschädlich

Die Überwachung in Hessen funktioniere gut, erklärt dennoch das Landwirtschaftsministerium in Wiesbaden. Als gesundheitsschädlich erweisen sich den Abgaben zufolge „nur rund 0,8 Prozent der im Labor untersuchten, bereits risikoorientiert gezogenen Proben“. Dieser Wert sei bereits seit Jahren stabil. 

Die Zahl der Kontrolleure und Kontrolleurinnen sei seit 2019 um 15 Prozent gestiegen. „Der Bereich wurde insgesamt auf allen Ebenen gestärkt“, teilt das Ministerium mit.

Verband fordert mehr Ressourcen

Dies reicht auch nach Ansicht des Landesverbands der Lebensmittelkontrolleure nicht aus. Die Aufgaben der amtlichen Lebensmittelüberwachung könne „nicht mehr in dem erforderlichen Umfang wahrgenommen werden, der notwendig wäre, um das dauerhaft hohe Schutzniveau sicherzustellen“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende Philipp Adanic. 

In Hessen wie in anderen Bundesländern würden die Soll-Vorgaben nicht erreicht. Nötig seien ausreichende Ressourcen, auch angesichts wachsender Aufgaben. Die Tatsache, dass die Kommunen zuständig sind, verursache zudem vor Ort unterschiedliche Rahmenbedingungen.

Nur ein geringer Prozentsatz der Proben ist tatsächlich gesundheitsschädlich. (Symbolbild) Jens Büttner/dpa

Nur ein geringer Prozentsatz der Proben ist tatsächlich gesundheitsschädlich. (Symbolbild) Jens Büttner/dpa

© Jens Büttner/dpa

Betriebe, die Lebensmittel verarbeiten, müssen regelmäßig kontrolliert werden. (Symbolbild)Katharina Kausche/dpa

Betriebe, die Lebensmittel verarbeiten, müssen regelmäßig kontrolliert werden. (Symbolbild)Katharina Kausche/dpa

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