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Linke wehrt sich gegen „Yallah Intifada!“-Sticker

Was hat die Berliner Linke-Spitzenkandidatin mit der Intifada zu tun? Der Landesverband der Partei spricht von Betrug und hat sich an die Polizei gewandt.

16.09.2026

Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp wird auf Stickern, die die Partei als Fälschung bezeichnet, mit antiisraelischen Slogans in Verbindung gebracht (Archivfoto) Carsten Koall/dpa

Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp wird auf Stickern, die die Partei als Fälschung bezeichnet, mit antiisraelischen Slogans in Verbindung gebracht (Archivfoto) Carsten Koall/dpa

© Carsten Koall/dpa

Der Landesverband der Berliner Linke geht gegen Sticker vor, die Spitzenkandidatin Elif Eralp als Unterstützerin der Intifada erscheinen lassen. Dabei handele es sich um Fälschungen, sagte Linke-Landesgeschäftsführer Björn Tielebein auf dpa-Anfrage. Auf den Stickern ist über einem Bild von Eralp der Slogan „Yallah Intifada! Mit Elif Eralp: Intifada ins Abgeordnetenhaus wählen!“ zu lesen. Die Linke habe über die Internetwache der Berliner Polizei Anzeige wegen Betrugs erstattet, sagte Tielebein. 

Solche Sticker seien in Berlin an mehreren Stellen aufgetaucht und außerdem über Social-Media-Kanäle verbreitet worden. Wer dahintersteckt, wisse die Partei nicht. „Zumindest kein Freund der Linken“, so der Landesgeschäftsführer. „Ich mutmaße jetzt nicht, um wen es da geht.“ Zuvor hatte die „Berliner Morgenpost“ darüber berichtet. 

Intifada bezeichnet Aufstände von Palästinensern gegen die israelische Besatzung Ende der 1980er und Anfang der 2000er-Jahre mit zahlreichen Angriffen und Selbstmordanschlägen vielen Toten auf beiden Seiten. 

„Yallah Intifada!“-Slogan verbreitete sich in sozialen Medien

Tielebein hat auf der Plattform X auch einen Beitrag des Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, entdeckt und ihn darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Sticker um eine Fälschung handle. 

Beck sagte der Deutschen Presse-Agentur zur Erklärung, er habe zu einem entsprechenden Post eines anderen den Kommentar geschrieben: „Liebe Linke, stimmt das? Ist das von einer eurer Parteigliederungen?“ Tielebein habe geantwortet, das sei nicht der Fall. „Und dann dachte ich, gut, dann hat sich die Sache erledigt, dann lösche ich das“, betonte Beck. „Fragen ist erlaubt“, so der frühere Grünen-Bundestagsabgeordnete. 

Dass der Sticker in den sozialen Medien vielfach geteilt und offenbar häufig auch für bare Münze genommen wurde, habe ihn erschreckt, sagte Tielebein. Es sei offensichtlich, dass er nicht von den Linken stamme. 

Rapper-Auftritt in Neukölln provozierte Diskussionen

Das Verhältnis der Berliner Linken oder zumindest von Teilen der Partei zum Nahostkonflikt und zum Antisemitismus ist im Wahlkampf regelmäßig ein Thema gewesen. 

Erst vor kurzem hatte der Auftritt eines Rappers mit Gewaltaufrufen bei einer Wahlkampfveranstaltung des Neuköllner Linke-Bezirksverbands für Diskussionen gesorgt. Er soll dabei ein Lied gegen den Krieg Israels in Gaza mit Zeilen wie „Yalla Yalla Intifada Westbank, Palästina, Gaza“ sowie „Death to the IDF“ (Tod der israelischen Armee) gesungen haben. 

Eralp hatte sich davon distanziert: „Der Bezirksverband Neukölln hat den Sänger eingeladen, ich erwarte, dass dort aufgeklärt wird, wie es zu so einer Grenzüberschreitung kommen konnte und dass es Konsequenzen gibt.“ Sie betonte: „Ich stehe klar für den Schutz von jüdischen Leben und gegen jede Form von Antisemitismus.“