Linke fordert Stopp von Rechtsrock-Konzerten
In einem rechtsextremen Szene-Lokal in Südthüringen sind drei Konzerte einer Rechtsrock-Band geplant. Linke-Landtagsabgeordnete fordern Sofortmaßnahmen, um die Auftritte zu verhindern.
Die Thüringer Linke-Abgeordnete Katharina König-Preuss fordert ein konsequentes Vorgehen gegen Rechtsrock-Konzerte. Martin Schutt/dpa
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Thüringer Linke-Abgeordnete haben die Landesregierung aufgefordert, stärker gegen rechtsextreme Konzerte vorzugehen. Mit Blick auf drei angekündigte Auftritte einer in der Szene bekannten Band in Südthüringen forderten die Abgeordneten Christian Schaft und Katharina König-Preuss Sofortmaßnahmen. „Wir fordern das Ausschöpfen aller rechtlichen Möglichkeiten – vom Betretungsverbot bis hin zu einem möglichen Einreiseverbot –, um diese Auftritte zu verhindern“, erklärte Schaft.
Bekannte Gaststätte der rechtsextremen Szene
Die drei Auftritte sind am Wochenende in einer Gaststätte in Südthüringen geplant, die in der rechtsextremen Szene bekannt ist. Die Band tauchte vor mehreren Jahren bereits in Verfassungsschutzberichten im Bereich Rechtsextremismus auf.
König-Preuss und Schaft sind zudem überzeugt, dass es Verbindungen des Sängers zu einer weiteren rechtsextremen Band gibt, in deren Liedern auch zum Mord an der Abgeordneten König-Preuss aufgerufen werde. „Es kann nicht sein, dass Neonazis, die offen zu Morden aufrufen, keinen entschiedenen Widerstand staatlicher Behörden erfahren“, so Schaft.
Rechtsrock sei kein harmloses Musikgenre, sondern ein zentraler Motor der Neonazi-Bewegung, betonten die beiden Abgeordneten. „Konzerte sind Orte der Vernetzung, Radikalisierung und Finanzierung. Dass Thüringen weiterhin als Bühne für Propaganda und Szenevernetzung genutzt werden kann, ist nicht hinnehmbar.“
Thüringens Linke-Fraktionschef Christian Schaft sieht mit Blick auf drei geplante Konzerte in der rechtsextremen Szene Handlungsbedarf.Jacob Schröter/dpa
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