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Lindenberg vor Wahl: Genau checken, wo man sein Kreuz macht

Am Sonntag wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg könnte eine Rechtsaußen-Partei an die Regierungsmacht kommen. Viele prominente Stimmen warnen. Auch Udo Lindenberg.

04.09.2026

Udo Lindenberg fordert Wähler auf, genau hinzugucken und nicht nur nach dem Plakat, sondern auch nach dem Kleingedruckten, also dem Wahlprogramm zu schauen. (Archivbild)Bernd Weißbrod/dpa

Udo Lindenberg fordert Wähler auf, genau hinzugucken und nicht nur nach dem Plakat, sondern auch nach dem Kleingedruckten, also dem Wahlprogramm zu schauen. (Archivbild)Bernd Weißbrod/dpa

© Bernd Weißbrod/dpa

Kurz vor der Wahl in Sachsen-Anhalt haben Rockmusiker Udo Lindenberg (80) und sein Panikteam ihre Follower auf Instagram aufgefordert, sich bei der Wahlentscheidung nicht nur von Plakaten, Sprüchen und Wut leiten zu lassen. „Check bitte ganz genau, wo du dein Kreuz machst. So Detektiv Coolmann mäßig, mit der großen Lupe aufs Kleingedruckte. Nimm die Sonnenbrille ab und schau dir genau an, was dir versprochen wird“, heißt es in dem längeren Post auf Instagram. Es sei wichtig, das Programm der Parteien zu lesen. „Weil da steht oft was ganz anderes als auf der Verpackung!!“ 

„Wut ist noch kein Wahlprogramm“ 

Im weiteren Verlauf des Posts zählt Lindenberg mehrere Beispiele auf, die möglicherweise zunächst gut klingen, bei genauerer Betrachtung aber Nachteile haben. Er bezieht sich auf Steuersenkungen, Waffenrecht, Klimaschutz, EU und dicht gemachte Grenzen. 

Gleichzeitig betonte Lindenberg, dass es natürlich in Ordnung sei, diese Regierung zu verfluchen, auf alle Parteien wütend zu sein und radikale Veränderung zu fordern. „Aber Wut ist noch kein Wahlprogramm!! Und ein Protestkreuz kein Feuerlöscher.“ 

Wahl am Sonntag gilt als richtungsweisend 

Mit der AfD werde nicht alles besser. „Vermutlich nicht für dich. Und schon gar nicht für unser schönes Land und unsere hart erkämpfte Demokratie, unsere Verfassung, die unsere Würde und Freiheit sichert, auch die Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und Kunstfreiheit.“ Wer Deutschland wirklich liebe, wähle schwarz rot gold, gelb oder grün oder lila, aber definitiv nicht blau. 

Die Wahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag gilt als richtungsweisend. Aktuell regiert in Sachsen-Anhalt eine Koalition aus CDU, SPD und FDP. Das Bündnis wird aber allen Umfragen zufolge seine Mehrheit verlieren. Mit Abstand stärkste Kraft dürfte die AfD werden, womit sie Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten und die Führung der Regierung erheben kann. 

Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei strebt eine Alleinregierung an. Damit könnte erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg eine Rechtsaußen-Partei an die Regierungsmacht kommen.