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Leitl will nicht rumeiern: „Platz sechs ist realistisch“

Stefan Leitl und seine Profis reden Tacheles und definieren neue Ziele. Warum Paul Seguin von der „Goldenen Ananas“ spricht und Angst vor Urlaubs-Feeling hat.

02.03.2026

Stefan Leitl hat den Aufstieg mit Hertha BSC längst abgehakt. Andreas Gora/dpa

Stefan Leitl hat den Aufstieg mit Hertha BSC längst abgehakt. Andreas Gora/dpa

© Andreas Gora/dpa

Stefan Leitl hat seine deutlichen Worte aus der Vorwoche verteidigt und erneut unterstrichen, dass der Aufstieg abgehakt ist. „Ich weiß nicht, warum wir Trainer immer rumeiern müssen, wenn man das Gefühl hat, dass etwas weit weg ist. Es heißt jetzt einfach liefern. Platz sechs ist für mich aktuell realistisch. Das will jetzt auch wieder keiner hören. Ist aber so“, sagte der Trainer von Fußball-Zweitligist Hertha BSC nach dem 2:1 gegen den 1. FC Nürnberg. 

Eine Woche zuvor hatte Leitl nach dem 2:5-Debakel in Paderborn für Aufsehen gesorgt, als er das Aufstiegsziel der Berliner endgültig einkassierte. „Wenn du gegen einen direkten Konkurrenten 2:5 verlierst, können wir uns nicht hinstellen und sagen: Wir sind nach wie vor dabei, um den Aufstieg zu spielen. Ich glaube, diese Klarheit tut auch mal gut. Das will keiner hören, deswegen haben wir wahrscheinlich auch so Knüppel bekommen“, erklärte Leitl. 

Seguin: Du spielst um die Goldene Ananas

Zehn Spiele stehen bis zum Saisonende noch aus. Hertha ist aktuell Siebter mit acht Punkten Rückstand auf Relegationsplatz drei. „Es heißt jetzt einfach liefern. Wir haben hier eine hohe Verantwortung unseren Fans, der Stadt, dem Verein und uns selbst gegenüber, diese Saison maximal erfolgreich, was jetzt in unserem Rahmen noch geht, abzuschließen“, sagte Leitl. 

Beim Sieg gegen Nürnberg: Paul Seguin (2. v. l.) jubelt mit Doppeltorschütze Josip Brekalo. Andreas Gora/dpa

Beim Sieg gegen Nürnberg: Paul Seguin (2. v. l.) jubelt mit Doppeltorschütze Josip Brekalo. Andreas Gora/dpa

© Andreas Gora/dpa

Mittelfeld-Routinier Paul Seguin berichtete, dass es mental sehr schwierig sei, das Aufstiegsziel gegen ein neues Ziel einzutauschen. „Weil irgendwo sind wir Menschen und du hast immer einen Antrieb, dann spielst du jetzt um die Goldene Ananas. Kann auch cool sein, aber ich habe immer Angst, dass das gefährlich ist. Ich versuche, Energie jeden Tag reinzubringen im Training, dass keiner denkt, hier ist Urlaub“, berichtete der 30-Jährige.