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Lebensmittelkontrolleure stellen bedenkliche Trends fest

Bei 16 Prozent der Lebensmittelproben gab es Nachbesserungsbedarf. Warum Slush-Eis für Kinder gefährlich werden kann und Mystery-Boxen aus Automaten Kontrolleure aufhorchen lassen.

29.06.2026

Gesundheitsministerin Petra Köpping stellte den Bericht der Lebensmittel- und Futterüberwachung von 2024 und 2025 vor. (Archivbild)Sebastian Kahnert/dpa

Gesundheitsministerin Petra Köpping stellte den Bericht der Lebensmittel- und Futterüberwachung von 2024 und 2025 vor. (Archivbild)Sebastian Kahnert/dpa

© Sebastian Kahnert/dpa

Ein Giftstoff in Säuglingsnahrung, Slush-Eis mit zu hohen Mengen Glycerin und „Mystery-Boxen“ haben die sächsischen Lebensmittelkontrolleure in den vergangenen beiden Jahren herausgefordert. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sprach bei der Vorstellung des Berichts für 2024 und 2025 von zwei ereignisreichen Jahren. 

So erreichte die Behörden im Dezember 2025 eine Warnung zu kontaminierter Säuglingsnahrung. Über das europaweite Schnellwarnsystem wurde der Fund des Giftstoffs Cereulid gemeldet. Dieser kann innerhalb kürzester Zeit zu Übelkeit und Erbrechen führen. 

Da das von Bakterien gebildete Toxin nicht nachträglich zu entfernen ist, mussten schnellstmöglich alle betroffenen Produkte vom Markt genommen werden, wie Rüdiger Helling, Leiter der Lebens- und Futtermittelüberwachung beim Gesundheitsministerium, erläuterte. Als Quelle der Verunreinigung konnten die Behörden in internationaler Kooperation die bestimmte Charge eines Inhaltsstoffes ausmachen, den die Hersteller aus China bezogen.

Glycerin in Slush-Eis als Gesundheitsgefahr für Kinder

Helling berichtete von zwei weiteren besorgniserregenden Trends. Bei dem bei Kindern beliebten Slush-Eis etwa bieten Hersteller seit einigen Jahren eine zuckerfreie Variante mit Glycerin an. Der Lebensmittelzusatzstoff ist in geringen Mengen gesundheitlich zwar unbedenklich, kann aber in zu hohen Dosen zu Übelkeit, Kopfschmerzen und Bewusstlosigkeit führen. 

2021 und 2022 mussten in Schottland Kleinkinder nach dem Verzehr des Getränks im Krankenhaus behandelt werden. Auch in Sachsen stellten die Kontrolleure bei 6 von 19 getesteten Proben der zuckerfreien Slush-Eis-Variante zu hohe Werte fest.

Händler von „Mystery-Boxen“ kommen Pflichten nicht nach 

Ein weiteres Problem stellten sogenannte Mystery-Boxen dar, die die hauptsächlich in Verkaufsautomaten angeboten werden. Dabei handelt es sich um Pakete, die beispielsweise Rückläufer aus dem Versandgeschäft oder B-Warenartikel enthalten. Die Käufer zahlen einen geringen Preis, kennen aber vorab den Inhalt des Pakets nicht. 

Die zuständige Behörde überprüfte neun Händler, keiner kam seinen rechtlichen Pflichten vollständig nach. So fehlte etwa Dokumentation oder die Herkunft der Produkte war unklar. Sieben Händler kooperierten mit der Behörde, bei zwei wurde ein Anhörungsverfahren eröffnet.

16 Prozent der Lebensmittelproben beanstandet

Insgesamt wurden 2025 etwa 20.000 Lebensmittelproben untersucht. Die Beanstandungsquote lag bei 16 Prozent. Das entspricht dem Niveau der Vorjahre. Drei Viertel der Beanstandungen bezogen sich auf Kennzeichnungsmängel und die Produktaufmachung, bei etwa einem Sechstel gab es Verunreinigungen.