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Land prüft für Schleifähre „Missunde III“ alle Optionen

Die Schleifähre „Missunde III“ sollte ein Vorzeigeprojekt sein. Das ist gründlich schiefgegangen. Jetzt reicht es Verkehrsminister Madsen mit den Pannen - alle Optionen lägen auf dem Tisch.

31.07.2026

Der Betrieb der Schleifähre „Missunde III“ ist erneut gestoppt worden. (Archivbild)Frank Molter/dpa

Der Betrieb der Schleifähre „Missunde III“ ist erneut gestoppt worden. (Archivbild)Frank Molter/dpa

© Frank Molter/dpa

Die neue elektrische Schleifähre „Missunde III“ entwickelt sich mit ihrer nicht endenden Pannenserie zu einem Alptraum für Betreiber, Benutzer und Behörden. Nach einem erneuten Ausfall wegen Problemen beim Anlegen zieht Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) jetzt die Reißleine.

Eine ursprünglich erst nach der Sommersaison geplante Überprüfung beginne sofort, teilte Madsen mit. Neben einer dauerhaften technischen Lösung für die „Missunde III“ sollten auch die Reaktivierung der alten Fähre „Missunde II“ und ein kompletter Neubau geprüft werden.

Verkehrsminister Madsen will nicht länger warten

„Es reicht. Die Menschen an der Schlei haben lange genug gewartet, Umwege in Kauf genommen und immer neue Ausfälle erlebt“, so Madsen. Man habe erwartet, dass die „Missunde III“ nach den umfangreichen Umbauten dauerhaft verlässlich einsatzfähig sei. Das sei aber nicht der Fall. „Deshalb warten wir keinen Tag länger: Weiter wie bisher ist keine Option. Keine Lösung wird mehr ausgeschlossen, wir prüfen ab sofort alle Möglichkeiten.“

Für alle Varianten sollen die technische Umsetzbarkeit, der Zeitbedarf, die Kosten, die notwendigen Genehmigungen und die jeweiligen Ausfallrisiken gegenübergestellt werden. Parallel würden die Arbeiten an einer kurzfristigen technischen Lösung für die „Missunde III“ fortgesetzt. Eine Wiederaufnahme des Betriebs komme allerdings erst infrage, wenn die Sicherheit gewährleistet sei, betonte der Minister. Die Vorbereitung möglicher Schadensersatzansprüche gegen das verantwortliche Konstruktionsbüro würden fortgeführt.

Fähre ist wichtig für die Region

Die Schleiquerung gehöre zum Alltag der Region, betonte der Minister. Sie sei für Pendlerinnen und Pendler, Schülerinnen und Schüler, Betriebe und den Tourismus unverzichtbar. „Diese Verlässlichkeit werden wir wiederherstellen“, versprach er.

Der Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) hatte die „Missunde III“ am Donnerstag wegen Sicherheitsbedenken erneut aus dem Betrieb genommen. Zuvor vorgenommene Anpassungen an der Anlegetechnik hatten nicht den notwendigen Erfolg gebracht.

Seit ihrer Inbetriebnahme Ende April war die Fähre bereits mehrfach ausgefallen. Die „Missunde III“ war 2021 vom LKN.SH nach Zustimmung des für die Behörde zuständigen Umweltministeriums sowie des Verkehrsministeriums bestellt worden. Sowohl bei Testfahrten als auch im regulären Betrieb traten jedoch immer wieder Probleme auf.

Ausfall zwingt zu langem Umweg

Die Fähre verbindet Brodersby (Kreis Schleswig-Flensburg) und das zu Kosel gehörende Dorf Missunde (Kreis Rendsburg-Eckernförde). Ausfälle bedeuten einen Umweg von fast 40 Kilometern. Zwischen Brodersby und Kosel werden pro Jahr rund 120.000 Fahrzeuge und etwa 50.000 Fahrräder übergesetzt.

Die Serie von Pannen hat auch zu Kritik aus der Landespolitik geführt. So hatte der Spitzendkandidat der SPD für die Landtagswahl im kommenden April, Ulf Kämpfer, vor knapp zwei Wochen den Fährbetreiber besucht und anschließend gefordert, Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) müsse das Thema zur Chefsache machen.