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Land plant Finanzhilfen für Strukturwandel

Thüringens Zulieferbranche für die Autoindustrie steckt in einem tiefen Strukturwandel, sie verlangt vor allem niedrigere Energiepreise. Aber auch Thüringen will Unterstützung geben.

08.07.2026

Wachsende Probleme für Thüringer Automobilzulieferer (Illustration). Martin Schutt/dpa

Wachsende Probleme für Thüringer Automobilzulieferer (Illustration). Martin Schutt/dpa

© Martin Schutt/dpa

Thüringen plant weitere Finanzhilfen, um den schwierigen Strukturwandel nicht nur in der Automobilindustrie zu unterstützen. Ein Beteiligungsfonds, der Kapitalhilfen für expandierende Firmen ermöglicht, solle um zehn Millionen Euro aufgestockt werden, sagte Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) auf Anfrage in Erfurt. Zudem solle ein Fonds aufgelegt werden, der Unternehmen beim Wechsel ihres Geschäftsmodells finanziell unterstützt. 

Das Branchennetzwerk automotive thüringen hatte angesichts wachsender Probleme Reformen im Bund, vor allem aber niedrigere Energiepreisen, sowie Unterstützung vom Land verlangt. Die Forderung des automotive thürigen nach wettbewerbsfähigen Energiepreisen sei mehr als berechtigt, sagte die Ministerin. Erste Reformschritte habe der Bund eingeleitet. Dabei dürfe jedoch nicht stehengeblieben werden. 

Branchenvereinigung sieht Trend zur Deindustrialisierung 

Thüringen arbeite weiter an seinem wirtschaftspolitischen Modernisierungsprogramm, so Boos-John. Zu den wichtigsten Aufgaben zählten der weitere Bürokratieabbau auf Landesebene, die Vereinfachung von Förderprogrammen und -verfahren, die Modernisierung der wirtschaftsnahen Infrastruktur und die verbesserte Kapitalausstattung der Unternehmen. 

Die Branchenvereinigung automotive thüringen, die vor allem Automobilzulieferer vertritt, sieht in weiter steigenden Energieprisen das zentrale Standortproblem. Zunehmend seien Investitionen gefährdet, erklärte sie nach einer Mitgliederversammlung. „Solange Deutschland bei den Energiekosten international nicht konkurrenzfähig ist, werden wir die Deindustrialisierung unseres Landes nicht stoppen“, warnte der Vorsitzende der Vereinigung, Mathias Hasecke. 

Verlangt wurde die vollständige Übernahme der Netzentgelte für die Industrie durch den Bund sowie eine anteilige Finanzierung aus dem Klima- und Transformationsfonds. Hasecke: „Die Deindustrialisierung ist keine Warnung für die Zukunft mehr. Sie findet bereits statt.“ Unternehmen entschieden sich immer häufiger bei Investitionen und damit Arbeitsplätze gegen Standorte in Deutschland. Angeregt wurde die Organisation eines „Thüringer Energiegipfels“.