Kritik an Ganztagsanspruch: Fachkräfte und Räume fehlen oft
Gerade sind in Hessen die Zwischenzeugnisse ausgegeben worden. Noch ein Schulhalbjahr, dann beginnt für Eltern das Recht auf Nachmittagsbetreuung der jüngsten Schüler. Lässt es sich umsetzen?
Künftig sollen zunächst alle Erstklässler auch nachmittags in ihren Grundschulen betreut werden können. (Symbolbild)Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa
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Beim baldigen Rechtsanspruch auf Ganztagsangebote in Grundschulen gehen in Hessen die Meinungen über die Möglichkeiten der Umsetzung auseinander. Los geht es bei der neuen bundesweiten Vorgabe im August mit den Erstklässlern, dann folgen stufenweise bis 2029 die höheren Grundschuljahrgänge. Ziel ist eine Verbesserung der Bildung für die Kinder und der Vereinbarkeit von Familie und Job für die Eltern.
Ministerium: Jedes Jahr 11.000 bis 13.000 neue Betreuungsplätze
Das Kultusministerium in Wiesbaden teilt der Deutschen Presse-Agentur mit, schon jetzt „arbeitet der überwiegende Teil der hessischen Grundschulen und Grundstufen von Förderschulen ganztägig“. Jedes Jahr würden jeweils weitere 11.000 bis 13.000 Plätze geschaffen. „Daher sind wir überzeugt, dass im kommenden Schuljahr weit mehr als die für die Jahrgangsstufe 1 benötigten Plätze bereitgestellt werden können“, ergänzt das Ministerium.
Vormittags zum Beispiel Mathematik, nachmittags ein Bewegungsangebot - so könnte eine Ganztagsbetreuung für Grundschüler aussehen. (Symbolbild)Bernd Weißbrod/dpa
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Kritiker monieren, dafür stehe zu wenig Steuergeld zur Verfügung. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hält den neuen Anspruch auf Betreuung „für jedes Schulkind vielerorts nur schwer bis gar nicht erfüllbar, sowohl aufgrund der Raumnot als auch wegen des Personalmangels“. Die stufenweise Umsetzung könnte bedeuten, „dass zwar alle Schulanfänger einen Platz im Ganztag bekommen, dafür aber erst mal bei den Älteren Plätze eingespart werden“.
In Hessen sind gerade die Zwischenzeugnisse ausgegeben worden. Das nächste Schuljahr 2026/2027 mit dem neuen Rechtsanspruch für Eltern beginnt am 10. August.