Krieg und Krisen – Poseck: Bevölkerungsschutz in Schulen
Selbstschutz und Erste Hilfe im Klassenzimmer üben – Hessen will seine Schülerinnen und Schüler auch auf Krisen und Katastrophen vorbereiten. Wie stellt sich Innenminister Poseck das vor?
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) pocht auf mehr Bevölkerungsschutz - auch in Schulen. (Symbolbild)Arne Dedert/dpa
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In Zeiten der russischen Aggression in Europa und anderer Krisen dringt Hessens Innenminister Roman Poseck auf die Vermittlung von Bevölkerungsschutz auch in Schulen. „Wir müssen schon junge Menschen für die Gefahren sensibilisieren“, betonte der CDU-Politiker in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. Einen Zeitplan und Details dieser aktuellen Bestrebungen des Landes nannte er noch nicht.
Beim Bevölkerungsschutz geht es mit Blick auf den Verteidigungsfall und Naturkatastrophen etwa um Erste Hilfe und Grundlagen des Selbstschutzes. Russlands Angriffskrieg in der Ukraine tobt seit gut vier Jahren. Auch zahlreiche weitere Länder fühlen sich von Moskau bedroht.
„Man kann damit nicht früh genug anfangen“
„Natürlich muss das altersgerecht vermittelt werden. Das kann unsere Feuerwehr auch spielerisch“, ergänzte Poseck, der zusätzlich den Titel Heimatschutzminister trägt. „Man kann damit nicht früh genug anfangen. Unsere Feuerwehr geht auch aktiv in die Schulen, um Kinder und Jugendliche für die Brandschutzerziehung zu sensibilisieren.“
Dieses Angebot solle ausgebaut und so gestaltet werden, dass den Schülern „auch weitere besonders relevante Themen des Bevölkerungsschutzes, wie das Verständnis von Warnsystemen, die Relevanz eines Notvorrates und das richtige Verhalten bei Gefahrenlagen vermittelt werden können“, sagte Poseck.
Minister: Kinder- und Jugendfeuerwehren haben mehr Zulauf
Bei der Brandschutzerziehung sei Hessen bereits vorbildlich: „Daran werden wir anknüpfen“, sagte der Heimatschutzminister. Die Mitgliederzahlen der Kinder- und Jugendfeuerwehren im Land seien steigend – entgegen der demografischen Entwicklung zu einer älteren Gesellschaft.
Der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) spricht von steigenden Mitgliederzahlen bei Kinder- und Jugendfeuerwehren. (Archivbild)Boris Roessler/dpa
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„Ich kann mir auch weitere externe Partner wie Vertreter der Bundeswehr in Schulen vorstellen, die auch zum Bevölkerungsschutz aufklären“, sagte Poseck. Die Streitkräfte gehörten „in die Mitte der Gesellschaft. Ich habe da keine Berührungsängste.“ Er sei sich mit Hessens Bildungsminister Armin Schwarz (CDU) einig, „dass Bevölkerungsschutz in allen Altersgruppen ein wichtiges Thema ist“.
Auch die erwachsene Bevölkerung sei mit der Kriegsgefahr „leider in Teilen noch nicht so vertraut, wie es erforderlich wäre. Die baltischen und skandinavischen Gesellschaften sind uns da weit voraus“, sagte der Heimatschutzminister.
Symbolischer Notfallkoffer
Bei der jüngsten Innenministerkonferenz in Hamburg habe er mit seinen Amtskollegen symbolisch einen Notfallkoffer gepackt: „Ich habe eine Taschenlampe beigetragen.“
Laut Poseck zeichnet sich ab, dass Bevölkerungsschutz und Resilienz der Gesellschaft auch 2027 bei der Frühjahres- und der Herbsttagung der Innenminister in Wiesbaden und Marburg Schwerpunktthemen sein werden. Hessen übernimmt nächstes Jahr vom Stadtstaat Hamburg den Vorsitz der Innenministerkonferenz.