Krankenhausplan: Keine Standortschließungen im Saarland
Seit Monaten wurde darüber mit Krankenkassen und Trägern im Saarland verhandelt, jetzt liegt das Ergebnis vor. Was die neue Krankenhausplanung bringt, die Anfang 2027 in Kraft tritt.
Wo geht’s zum nächsten Krankenhaus im Saarland? An der Zahl der Kliniken wird sich nichts ändern - aber an den Leistungen, die sie anbieten. Das regelt der neue Krankenhausplan. (Symbolbild) Arne Dedert/dpa
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Eine deutliche Konzentration bei den Leistungs-Angeboten, aber keine Standortschließung: Das sieht der Krankenhausplan 2027 bis 2035 vor, den der saarländische Ministerrat beschlossen hat und der zum 1. Januar in Kraft tritt. Gesundheitsminister Magnus Jung (SPD) präsentierte ihn vor Journalisten nach eigener Aussage „mit Zufriedenheit und Stolz“: Er sei „sicherlich mit das wichtigste gesundheitspolitische Dokument und die größte gesundheitspolitische Aufgabe, die sich uns in dieser Legislaturperiode gestellt hat“.
Darüber hinaus gab Jung bekannt, dass in den nächsten zehn Jahren eine Milliarde Euro für Investitionen in die saarländischen Krankenhäuser zur Verfügung gestellt werden soll - das sei mehr als dreimal so viel wie in der Vergangenheit. Der Bundesanteil daran betrage weniger als 200 Millionen Euro. Zudem sei bereits eine weitere Milliarde Euro für den Neubau des Zentralklinikums am Uniklinikum UKS beschlossen.
Leistungen werden konzentriert
Ziel des neuen Krankenhausplans sei es gewesen, „Bedarfsnähe und Krisenfestigkeit“ herzustellen, auf der anderen Seite aber auch Konzentration, Qualität, Spezialisierung und klare Profile. Durch die Einführung von Leistungsgruppen werde sichergestellt, dass Behandlungen von denjenigen durchgeführt werden, die diese „häufig und gut“ und nicht „zufällig oder gelegenheitsmäßig“ vornehmen.
Schließungen sehe der Plan jedoch nicht vor: „Standortkonzentrationen haben wir in erheblichem Maße in den letzten zehn Jahren schon hinter uns gebracht“, sagte Jung mit Blick auf die Schließung von insgesamt sieben Standorten. Nun gehe es darum, die Leistungen zu konzentrieren, für eine Spezialisierung zu sorgen, Stärken und Leistungsfähigkeiten zu beachten und damit Qualität und Wirtschaftlichkeit zu steigern.
Der saarländische Gesundheitsminister Magnus Jung (SPD) dankte allen Beteiligten, dass der Planungsprozess für den neuen Krankenhausplan „in großer Partnerschaftlichkeit“ stattgefunden habe. (Archivbild) Harald Tittel/dpa
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In wichtigen Leistungsgruppen seien „erhebliche Konzentrationen“ durchgeführt worden. Beispielhaft nannte er den Bereich Endoprothetik Hüfte, bei der die Zahl der Krankenhäuser, die diese Leistungsgruppe anbiete, um 33 Prozent reduziert worden sei - von zwölf auf acht Standorte. Gleiches gelte für die Gruppe Endoprothetik Knie, die Revisionen Hüftendoprothese und die Revisionen Knieendoprothese. Bei der Speziellen Traumatologie wurde die Zahl der Häuser, die diese künftig durchführen, um 62 Prozent verringert, bei Wirbelsäulen- und Lebereingriffen um 60 Prozent.
Die Namen einzelner Kliniken, die von diesen Angebotskürzungen betroffen seien, wollte Jung nicht nennen. Nach seinen Worten werden die Krankenhäuser auf ihren Internetseiten in Zukunft sicherlich einen Überblick geben, welche Leistungsgruppen sie anbieten.
SKG: Noch viele Fragen offen
Nach Ansicht der Saarländischen Krankenhausgesellschaft (SKG) lasse der Plan viele Fragen offen. „Ob es mit der Reform gelingt, eine bestmögliche, wohnortnahe und wirtschaftlich auskömmliche stationäre Versorgung zu sichern, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur gehofft werden“, so Geschäftsführer Thomas Jakobs. Noch nicht geklärt seien etwa die Mindestfallzahlen für die Leistungsgruppen und die onkochirurgischen Eingriffe.