Kontaktlos bezahlen: BVG will neue Ticketautomaten einführen
Bargeld und Papierticket ade? Nicht ganz. Doch in Trams, Bussen und U-Bahnhöfen setzen die Berliner Verkehrsbetriebe künftig auf ein kontakt- und bargeldloses System.
Das Ticket-Angebot auf den kleinen Geräten soll begrenzt sein. Christophe Gateau/dpa
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Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sollen Tickets ab 2029 kontakt- und bargeldlos in Bus, Tram und den U-Bahnhöfen kaufen können. Dazu brauchen sie nur ihre Bankkarte, ihr Smartphone oder eine BVG-Guthabenkarte an kompakte Automaten mit Display - sogenannte Validatoren - zu halten. Das endgültige Aus für das Papierticket oder den Bargeldkauf ist das allerdings nicht.
Die neue Technik sei in vielen Ländern außerhalb Deutschlands Standard, sagte BVG-Vertriebsleiter Michael Beer. In London werden Kontaktlos-Karten schon seit Jahren in Bussen genutzt. Auch in den Niederlanden und in vielen französischen Städten sind direkte Kartenzahlungen möglich. In Deutschland gebe es bislang nur Pilotprojekte kleinerer Verkehrsunternehmen. Die BVG sei das erste „weltstädtische Unternehmen“, das damit anfange.
Tickets werden in der Cloud gespeichert
Nutzen dürften die neue Technik vor allem Touristen und Gelegenheitsfahrer. Viele Berlinerinnen und Berliner haben ein Deutschlandticket oder kaufen ihre Tickets in der App.
Wer jedoch kurzentschlossen etwa in eine Tram steigt, soll ab 2029 auf dem Validatoren aus einem abgespeckten Ticketangebot wählen und kontaktlos beispielsweise mit Bankkarte bezahlen können. Gespeichert wird das Ticket in der Cloud. Bei einer Kontrolle hält der Fahrgast die Bankkarte an das Kontrollgerät, das Ticket wird aus der Cloud abgerufen und geprüft. Das funktioniere auch in der S-Bahn, die von der Deutschen Bahn betrieben wird.
„Unsere Automaten haben bisher noch funktioniert“, sagt BVG-Betriebsleiter Michael Beer.Christophe Gateau/dpa
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Wer keine Bankkarte hat, kann an den Validatoren mit einer BVG-Guthabenkarte Tickets kaufen. Diese seien an mehr als 900 Stellen in der Stadt erhältlich, sagt Beer. „Mit Bargeld und anonym.“ Gleiches gilt für die Papiertickets. Beer betont aber auch, dass mehr als die Hälfte aller Kundinnen und Kunden Einzelfahrausweise in der App kaufe. 76 Prozent der Einnahmen an Automaten entfielen 2025 demnach auf bargeldlose Zahlungen.
36 Jahre alte Automaten
Abgeschafft werden die in die Jahre gekommenen Ticketautomaten. Die Technik der 500 Geräte in den Straßenbahnen, an denen mit Bargeld bezahlt werden kann, ist BVG-Angaben zufolge 36 Jahre alt, die der großen gelben Kästen in den U-Bahnstationen 25 Jahre. Beer verweist darauf, dass in Bussen und Trams ohnehin nur noch sehr wenige Fahrkarten verkauft werden. Je Bus seien es drei täglich, je Tram sechs.
Warum die BVG erst jetzt - nachdem die Technik in vielen Metropolen längst Standard ist - auf die Validatoren umschwenkt? „Unsere Automaten haben bisher noch funktioniert“, sagt Beer. Mittlerweile seien die Straßenbahn- und die U-Bahnautomaten jedoch sehr anfällig. Ihre Wartung sei aufwendig. „Jetzt ist für uns der Punkt einer Entweder-oder-Investitionsentscheidung.“ Entweder die bestehende Technik erneuern; oder neue Technik anschaffen. Die BVG habe sich dazu entschieden, nicht nur Fahrzeuge, sondern auch den Vertrieb zu modernisieren.
Noch hat die BVG sich nicht für ein Validatoren-Modell entschieden. Christophe Gateau/dpa
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Zudem müssten ab 2030 alle Anlagen aufgrund gesetzlicher Vorgaben barrierefrei sein. „Das schaffen die alten Automaten nicht mehr. Wir mussten also ran.“
Was sagen Fahrgast- und Behindertenverbände?
Rund 3.600 Validatoren will die BVG anschaffen, Kostenpunkt: etwa 1.500 Euro pro Stück. Im Vergleich: Nur einer der dicken gelben Automaten in den U-Bahnhöfen kostet Beer zufolge bis zu 40.000 Euro.
Bis in Berlin weltstädtisch und kontaktlos ein Ticket in der Tram gekauft werden kann, dauert es aber noch. Zunächst fragt die BVG Fahrgast- und Behindertenverbände nach ihrer Meinung zu verschiedenen Geräten. Anfang 2027 soll die Vergabe des Auftrags an einen Anbieter beginnen. Ab 2029 sollen die neuen Geräte dann nach und nach in Bussen, Trams und den U-Bahnhöfen eingebaut werden. „Mein Plan ist, dass wir in einem Jahr damit durch sind“, sagte Beer.