Kongress: Wie kann ich mir die Zukunft im Land vorstellen?
Fliegende Raketen und überall Roboter künftig in Rheinland-Pfalz? Kann man die Zukunft entwerfen? Zukunftsforscher Max Irmer setzt bei einem Kongress in Mainz auf gemeinsame Visionen.
Ein Kongress in Mainz nimmt das ferne Jahr 2045 in den Blick. (Symbolbild)Eugene Hoshiko/AP/dpa
© Eugene Hoshiko/AP/dpa
Roboter für den Haushalt, begrünte Fassaden und autonome Flugtaxis: Wie sieht das Leben von morgen aus? Auf dem Science-Fiction-Kongress der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) in Mainz diskutieren Zukunftsforschende, Trendberater und Weltraumforscherinnen über Fragen des Jahres 2045, wie die ZIRP angekündigt hat.
Unterschiedliche Rednerinnen und Redner leiten an diesem Dienstag (ab 13.30 Uhr) durch den Tag und sprechen laut Planung über dystopische Fiktionen von Tech-Milliardären, die Erforschung des Mars, Zukunftstechniken und -visionen. Auch Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) wird bei dem Kongress erwartet.
Zukunftsforscher Max Irmer möchte zeigen, wie Rheinland-Pfalz in mehr als 15 Jahren aussehen könnte. Er selbst wolle hauptsächlich zurückhaltend durch seine Session führen: Die Leute vor Ort wüssten besser über ihre Region Bescheid, sagte Irmer der Deutschen Presse-Agentur. Gemeinsam könne so ein Bild der rheinland-pfälzischen Zukunft entstehen.
Zukunft gemeinsam denken
Irmer erklärte, dass sich Zukunft nicht vorhersagen, wohl aber gemeinsam entwerfen lasse. Sein Ansatz: Unterschiedliche Thesen und Bilder, die die Teilnehmenden mitbrächten, würden zusammengeführt. So solle eine erste Vorstellung davon entstehen, wie die Zukunft aussehen könnte.
Dafür entwerfen die Teilnehmenden in einem interaktiven Programm mit KI-Unterstützung eigene Zukunftsbilder: Werden Raketen durch Rheinland-Pfalz fliegen? Sind überall Roboter zu sehen? Steht uns eine düstere oder utopische Zukunft bevor? Dabei setzt Zukunftsforscher Irmer vor allem auf visuelle Eindrücke. Die unterschiedlichen Bilder werden zusammengebracht und diskutiert.
Vom Porta Nigra bis Moselschleife: Wie sieht die Zukunft aus?
Die Zukunftsbilder beziehen sich laut Irmer auf typische Orte in Rheinland-Pfalz, etwa den Mainzer Dom, das Hambacher Schloss, die Porta Nigra in Trier, das Deutsche Eck in Koblenz oder die Moselschleife. Ein Chatbot stellt wenige Fragen und führt so zu einem Zukunftsbild für den jeweiligen Ort. Irmer möchte auf diese Weise Meinungen zusammenbringen und zeigen, dass die Zukunft gestaltbar sei.
Bei den Zukunftsbildern würde der Forscher nach eigenen Worten gerne behaupten, Pessimismus und Optimismus lägen hier in der Waage. In anderen Workshops waren die Zukunftsbilder jedoch eher negativ, wie der Forscher berichtete. Für Mainz erhoffe er sich mehr Utopien, aus denen auch positive Zukunftserzählungen hervorgehen könnten.