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Köpping: Geschichtsrevisionismus entschieden bekämpfen

Vor 88 Jahren wurden auch in Sachsen Synagogen in Brand gesteckt und jüdische Mitbürger verschleppt. Wo zum Jahrestag der Opfer gedacht wird.

08.11.2026

Ein Gedenkstein am Standort der früheren Synagoge im Zentrum von Leipzig. (Symbolbild)Sebastian Willnow/dpa

Ein Gedenkstein am Standort der früheren Synagoge im Zentrum von Leipzig. (Symbolbild)Sebastian Willnow/dpa

© Sebastian Willnow/dpa

Vielerorts in Sachsen wird diesen Montag an die Pogrome der Nationalsozialisten gegen Jüdinnen und Juden vor 88 Jahren erinnert. Zu diesem Anlass warnt Vize-Ministerpräsidentin Petra Köpping (SPD) vor Desinformation und Geschichtsrevisionismus. 

„Wer das ‚Nie wieder!‘ der Überlebenden der Konzentrationslager ernst meint, darf nicht unwidersprochen lassen, dass unsere Gedenkkultur ausgehöhlt und verächtlich gemacht wird“, mahnt Köpping. Der 9. November lehre, wozu Menschen fähig seien und wie schnell die Stimmung in der Bevölkerung kippen könne. „Wir dürfen Antisemitismus, Hass und Hetze niemals unwidersprochen lassen und müssen die demokratische, vielfältige und offene Gesellschaft immer wieder aufs Neue erkämpfen und verteidigen.“

Die Pogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 markiert die bis dahin schwersten Ausschreitungen gegen Juden seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland. Synagogen wurden in Brand gesetzt, jüdische Geschäfte zerstört und geplündert sowie Tausende jüdische Mitbürger gedemütigt, in Konzentrationslager verschleppt oder ermordet.

Gedenkveranstaltungen in Sachsen

Zur Erinnerung an diese Verbrechen und ihrer Opfer wird am Jahrestag in Chemnitz am einstigen Standort der Synagoge um 11.00 Uhr ein Kranz niedergelegt. In Görlitz führt nach einer ökumenischen Andacht (18.00 Uhr) in der Frauenkirche ein Lichterweg zum Kulturforum Görlitzer Synagoge, wo ebenfalls ein Kranz niedergelegt wird. In Leipzig wird an der Gedenkstätte der ehemaligen großen Gemeindesynagoge um 16.00 Uhr der Opfer gedacht. Zur selben Zeit erinnert die Stadt Dresden an der Stele Brühlscher Garten an ihre jüdischen Mitbürger, die 1938 und den Jahren danach entrechtet, deportiert und ermordet wurden.