Kiel kritisiert Bahn: Kein ETCS bei Hamburg-Berlin-Sanierung
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin wird saniert, doch das neue Sicherheitssystem ETCS kommt vorerst nicht. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister sieht dies kritisch und fordert zügige Digitalisierung.
Entscheidend sei jetzt, alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, sagte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen. (Archivbild)Frank Molter/dpa
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Künftig soll ein einheitliches Sicherungssystem den grenzüberschreitenden Zugverkehr in der Europäischen Union sicherer und effizienter machen. Doch bei der Sanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin wird es bisher nicht installiert. Dies stößt beim Schleswig-Holsteinischen Verkehrsminister auf Unverständnis.
Claus Ruhe Madsen (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Es ist bedauernswert, dass im Zuge der Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin kein ETCS verbaut wird.“ Gerade bei einer so wichtigen Hauptverbindung hätte man die neunmonatige Vollsperrung nutzen sollen, um zukunftsfähige Leit- und Sicherungstechnik einzubauen.
„Entscheidend ist jetzt, alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, damit es ETCS künftig verlässlich und flächendeckend geben kann“, führte er fort. Dazu zählten die Weiterentwicklung des technischen Systems, die Standardisierung von Prozessen und der Aufbau von Fachpersonal. Schleswig-Holstein erwarte, dass diese Aufgaben zügig angepackt werden, damit die Digitalisierung der Schiene nicht nur vorbereitet, sondern vollständig umgesetzt wird.
Bahn: Umstellung auf ETCS in den 2030er-Jahren
Im Mai 2025 kündigte die Bahn an, ihre Pläne zu überarbeiten. Die herkömmlichen Zugsicherungssysteme bleiben - entgegen früherer Planung - vorerst im Betrieb. Um eine Doppelausrüstung zu vermeiden, sollen lediglich die Stellwerke und die Achszähltechnik für den Einsatz von ETCS vorbereitet werden. Die Einführung von ETCS ist für die frühen 2030er Jahre geplant.