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Kicken, hoffen, träumen – deutsche Fußballer leben US-Weg

Drei deutsche Collegespieler trainieren in den USA, treffen die DFB-Stars und hoffen auf ihre Chance im Profifußball. Wie sie ihren Traum in Winston-Salem jagen.

29.06.2026

Von links: Linus, Fynn und Noah vor ihrer Studenten-WG in Winston-Salem.Jan Woitas/dpa

Von links: Linus, Fynn und Noah vor ihrer Studenten-WG in Winston-Salem.Jan Woitas/dpa

© Jan Woitas/dpa

Die einen sind schon Fußballstars, die anderen wollen es noch werden. Im beschaulichen US-Örtchen Winston-Salem gastieren neben den DFB-Kickern auch drei deutsche Collegespieler mit großen Ambitionen: Linus Musielak (22) aus Dortmund, Fynn Mewes (23) aus Bielefeld und Noah Vasilev (23) aus Würzburg träumen von einer Profikarriere - und halten sich deshalb während der Sommermonate beim örtlichen Viertligist Salem City FC fit. 

„Es war schon immer mein Traum, professionell zu spielen, und ich habe es für mich als zweite Chance entdeckt, das hier in den USA auf dem zweiten Weg zu erreichen“, erzählt Flügelstürmer Musielak der dpa. 

In der vierten Liga spielen die deutschen Kicker oft auf Footballfeldern.Jan Woitas/dpa

In der vierten Liga spielen die deutschen Kicker oft auf Footballfeldern.Jan Woitas/dpa

© Jan Woitas/dpa

Der Hochschulsport in den USA unterscheidet sich fundamental vom deutschen System. Wer in einer Sportart wie Basketball oder Football herausragt, wird von seiner Universität gefördert und hat gute Chancen, bei Spielen entdeckt und von einem Proficlub unter Vertrag genommen zu werden. Im Sommer ruht der Collage-Sport allerdings. Die Lösung, auch für viele Fußballer, ist die Stippvisite bei unterklassigen Vereinen.

Nachwuchskicker treffen in Winston-Salem auf DFB-Stars

Linus Musielak, Fynn Mewes und Noah Vasilev, die normalerweise in Boston und Chicago studieren, haben sich für Winston-Salem in North Carolina entschieden, auch „damit wir die deutsche Nationalmannschaft treffen können“, berichtet Mewes.

Und das hat geklappt: Auf dem Weg zum Training und zur Pressekonferenz an der Wake Forest University konnte das deutsche Nachwuchs-Trio schon mit Nico Schlotterbeck, Felix Nmecha oder Deniz Undav plaudern. In einem Café im Ort trafen sie zufällig auf Joshua Kimmich und Oliver Baumann.

Nico Schlotterbeck (r) trifft im WM-Quartier auf die deutschen Nachwuchskicker.Federico Gambarini/dpa

Nico Schlotterbeck (r) trifft im WM-Quartier auf die deutschen Nachwuchskicker.Federico Gambarini/dpa

© Federico Gambarini/dpa

„Die haben uns auch ein bisschen ausgefragt und uns eigentlich mehr gefragt als wir sie, was eigentlich echt ganz lustig und cool für uns war“, erinnert sich Vasilev.

So leben die deutschen Collegestudenten in Winston-Salem

In Winston-Salem wohnen die Studenten mit fünf weiteren Spielern in einem Haus, zweimal in der Woche kauft die „Vereinsmama“ für sie ein. Unterkunft und Verpflegung stellt der Verein, bezahlt werden die Nachwuchskicker aber nicht.

Im August geht es wieder zurück an die Uni. Dort lebt der Traum von der Karriere weiter. Wenn das nicht klappt, haben die Spieler immerhin einen Abschluss an einer angesehenen amerikanischen Hochschule in der Tasche.

„Ich hätte das auch bei mir selbst sehr interessant gefunden, wenn es nicht funktioniert hätte mit der Profikarriere“, erklärte DFB-Kapitän Kimmich auf einer Pressekonferenz. „Es ist sehr spannend, in einem fremden Land und in einer fremden Kultur gewisse Dinge mitzunehmen.“

Linus Musielak schießt sich in Winston-Salem warm für die erhoffte Profikarriere.Jan Woitas/dpa

Linus Musielak schießt sich in Winston-Salem warm für die erhoffte Profikarriere.Jan Woitas/dpa

© Jan Woitas/dpa