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Keine Schwerlasttransporte mehr über die Köhlbrandbrücke

Die Hamburger Köhlbrandbrücke ist marode und soll durch einen Neubau ersetzt werden. Ab Mai dürfen besonders schwere Lastwagen nicht mehr über die bestehende Brücke fahren.

26.03.2026

Besonders schwere Lastwagen mit einem Gewicht über 44 Tonnen dürfen die Köhlbrandbrücke ab Mai nicht mehr nutzen. (Archivbild)Christian Charisius/dpa

Besonders schwere Lastwagen mit einem Gewicht über 44 Tonnen dürfen die Köhlbrandbrücke ab Mai nicht mehr nutzen. (Archivbild)Christian Charisius/dpa

© Christian Charisius/dpa

Über die Hamburger Köhlbrandbrücke dürfen ab 1. Mai keine genehmigungspflichtigen Schwertransporte mit einem Gewicht von über 44 Tonnen mehr fahren. Die Belastung der 1974 eröffneten Brücke müsse verringert werden, teilte die Wirtschaftsbehörde mit. Ziel sei es, bis zur Inbetriebnahme einer neuen Brücke den Weiterbetrieb für den Güterverkehr aufrechtzuerhalten. Einschränkungen für Autos und Lastwagen mit einem Gewicht von unter 44 Tonnen ergäben sich daraus nicht.

Die für den Hafen wichtige Köhlbrandbrücke wird täglich von rund 32.000 Fahrzeugen genutzt. Seit 2012 gilt auf der Brücke bereits ein Überholverbot für Lastwagen, Anfang 2019 ordnete die Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) zudem ein Abstandsgebot für Lkw von 50 Metern an. 

Bedenkliche Zunahme von Schäden

Die Ergebnisse der aktuellen Bauwerksprüfung zeigten eine bedenkliche Zunahme der Schadensdynamik an den Längsrippen der Brücke. Auch im Bereich der Rampen seien vermehrt Risse und Abplatzungen sowie deutlich verschlechterte Materialeigenschaften festgestellt worden. Ein einziger Schwerlasttransport könne eine mehr als tausendfache Schädigung eines normalen Lastwagens verursachen, hieß es.

Basierend auf einer umfangreichen fachlichen Bewertung durch die HPA und externer Fachleute sei die Verringerung der Belastung zwingend, um den Weiterbetrieb der Köhlbrandbrücke zu gewährleisten. Tausende Containertransporter nutzen die Brücke täglich auf ihrem Weg von den Hafenterminals zur A7 oder zur A1.

Lastwagen mit Ladung dürfen normalerweise nicht schwerer als 40 Tonnen sein. Im sogenannten kombinierten Verkehr, bei dem Güter überwiegend mit der Bahn oder dem Schiff und nur eine kurze Strecke mit dem Lkw transportiert werden, beträgt das zulässige Gesamtgewicht nach Angaben des Bundesamtes für Logistik und Verkehr 44 Tonnen. Transporte, die noch schwerer sind, brauchen eine besondere Genehmigung und dürfen nur bestimmte Strecken nutzen. 

Unternehmer: Einschränkung gravierend und dramatisch

Die Einschränkung stelle Unternehmen, die sich auf den Umschlag von schweren Stückgütern spezialisiert haben, vor große Herausforderungen, erklärte der Unternehmensverband Hafen Hamburg. Die wichtigste und kürzeste Verbindung zwischen dem östlichen und westlichen Hafen stehe für den genehmigungspflichtigen Schwerlastverkehr nicht mehr zur Verfügung.

„Die erneuten gravierenden Einschränkungen an der Köhlbrandbrücke sind für den Hafen dramatisch und machen deutlich, dass wir schnell handeln müssen und zeitnah eine neue Köhlbrandbrücke dringend brauchen“, erklärte Verbandspräsident Rainer Fabian. Weitere Einschränkungen wären für den gesamten Wirtschaftsverkehr fatal und würden zu einem Verkehrskollaps führen.

 Zuvor hatte NDR1 90,3 über die neue Verkehrseinschränkung berichtet.