Keine Einigung bei Tarifrunde in der Ernährungsindustrie
Auch nach der zweiten Verhandlungsrunde gibt es in der Ernährungsindustrie Sachsen-Anhalts keine Einigung. Warum die Gewerkschaft das Angebot der Arbeitgeber ablehnt.
Rotkäppchen gehört zur Tarifgemeinschaft der Ernährungsindustrie in Sachsen-Anhalt, für die derzeit über höhere Löhne verhandelt wird. (Archivbild) Jan Woitas/dpa
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Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Ernährungsindustrie in Sachsen-Anhalt sind auch in der zweiten Runde ohne Ergebnis geblieben. Arbeitgeber und Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) trennten sich am Donnerstag in Barleben ohne Einigung, wie der Arbeitgeberverband der Ernährungswirtschaft (VdEW) mitteilte. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 30. April geplant.
Arbeitgeber macht Angebot
Die Arbeitgeber hatten bereits in der ersten Runde Ende Januar eine Lohnerhöhung von insgesamt rund zehn Prozent in vier Stufen bis 2029 angeboten. In der zweiten Runde sei das Angebot noch einmal konkretisiert worden, teilte der Verband mit. Demnach könnten die Löhne ab Juli 2026 je nach Tarifgruppe real um etwa 2,9 bis 3,5 Prozent steigen. Auch eine mögliche Erhöhung der betrieblichen Altersvorsorge sei in die Gespräche eingebracht worden.
Die Gewerkschaft habe das Angebot jedoch abgelehnt. VdEW-Hauptgeschäftsführer Vehid Alemić kritisierte, die NGG habe keinen eigenen Gegenvorschlag vorgelegt. „Wer Gespräche verzögert, verzögert am Ende auch die Tariferhöhung“, sagte er.
Gewerkschaft verweist auf Ost-West-Lohnunterschiede
Die NGG wies die Darstellung zurück und hält das Angebot für nicht ausreichend. Nach zwei Verhandlungsrunden liege weiterhin „kein verhandlungsfähiges Angebot“ vor, erklärte der Vorsitzende der NGG im Osten und Verhandlungsführer für Sachsen-Anhalt, Uwe Ledwig. Die Arbeitgeber seien nicht bereit, die Löhne in den ostdeutschen Betrieben auf Westniveau anzuheben.
Ledwig zufolge betragen die Lohnunterschiede zu westdeutschen Schwesterbetrieben oder vergleichbaren Branchen auch 36 Jahre nach dem Mauerfall zwischen 273 und 2.274 Euro im Monat. Verhandelt wird für die Beschäftigten der Branche in Sachsen-Anhalt. Arbeitgeber sprechen von rund 5.000 Beschäftigten, die Gewerkschaft von gut 3.000.