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„Kein Nice-to-have“ – Barrierefreiheit soll ausgebaut werden

Seit über einem halben Jahr gibt es die Landesfachstelle für Barrierefreiheit. Sie hat Dutzende Anfragen von Vereinen und öffentlichen Einrichtungen bearbeitet – mit bekannter Unterstützung.

29.06.2026

Inklusionsaktivist Raúl Krauthausen ist Mitgründer des Vereins Sozialheld*innen, der seit 21 Jahren zu Inklusion, Teilhabe und Barrierefreiheit arbeitet.Sven Kaeuler/dpa

Inklusionsaktivist Raúl Krauthausen ist Mitgründer des Vereins Sozialheld*innen, der seit 21 Jahren zu Inklusion, Teilhabe und Barrierefreiheit arbeitet.Sven Kaeuler/dpa

© Sven Kaeuler/dpa

In Berlin soll die Barrierefreiheit weiter ausgebaut werden. Es sei nicht die schlechteste Stadt, was Barrierefreiheit angeht, aber es gebe Ausbaupotenzial, sagte der Inklusionsaktivist Raúl Krauthausen. Er ist Mitbegründer des Vereins Sozialheld*innen, der die Landesfachstelle für Barrierefreiheit und angemessene Vorkehrungen des Landes im Auftrag der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Diskriminierung betreut.

Barrierefreiheit gehe alle etwas an, sagte Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) bei einem Besuch des Vereins in Berlin. Von Barrierefreiheit würden aber nicht nur Menschen mit Beeinträchtigungen profitieren, sondern auch Ältere, Familien, Menschen mit wenig Deutschkenntnissen, einer Lese-Rechtschreibschwäche oder vorübergehenden Einschränkungen. In Berlin leben 336.000 Menschen mit anerkannter Schwerbehinderung. 

Barrierefreiheit gehe alle etwas an, sagte Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe. Sven Kaeuler/dpa

Barrierefreiheit gehe alle etwas an, sagte Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe. Sven Kaeuler/dpa

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Barrierefreiheit mehr als „Nice-to-have“

Barrierefreiheit müsse immer von Anfang an mitgedacht werden, fordert Krauthausen. Diese sei kein „Nice-to-have“, sagte er: „Sie ist eine Frage, ob ich als Menschen in dieser Stadt willkommen bin oder nicht.“ 

Der Verein Sozialheld*innen arbeitet seit 21 Jahren zu Inklusion, Teilhabe und Barrierefreiheit. Die Landesfachstelle ist seit dem 1. November 2025 tätig und wird zunächst bis Ende 2027 gefördert. Seit dem Start habe es etwa 50 Anfragen gegeben. Dazu gehören demnach etwa die Entwicklung eines Barrierefreiheitskonzepts der Stadtbibliothek Pankow, die Beratung von Visit Berlin und des Weihnachtsmarktes am Gendarmenmarkt zu barrierefreier Kommunikation. 

Die Landesfachstelle richtet sich an öffentliche Stellen des Landes in erster Linie, also Bezirksverwaltungen, Behörden oder Gerichte. Aber auch Vereine, Verbände und Organisationen der Zivilgesellschaft und Unternehmen können sich an die Stelle wenden.