Kein Investor: Autozulieferer Boryszew stoppt Produktion
Das Unternehmen stellt Teile für den Innenraum von Autos her. Zum Ende dieses Jahres soll die Produktion heruntergefahren werden. Warum es laut Insolvenzverwalter dazu kommen muss.
Die Produktion des Autozulieferers soll Ende dieses Jahres heruntergefahren werden. (Archivbild)Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
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Für den insolventen Autozulieferer Boryszew ist in den vergangenen Monaten kein langfristiger Investor gefunden worden, nun steht das Unternehmen vor dem Aus. „Da keine weiteren neuen Aufträge für die zwei Werke mehr vorliegen, die über das Ende des Jahres hinausreichen, muss nun mit den Vorbereitungen für ein Auslaufen der Produktion zum Jahresende begonnen werden“, erklärte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Silvio Höfer. Die Beschäftigten an den Standorten in Gardelegen (Sachsen-Anhalt) und Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) seien darüber schon informiert worden. Zuvor hatte der Mitteldeutsche Rundfunk berichtet.
Borzyszew Kunststofftechnik gehört zu den größten Automobilzulieferern in Sachsen-Anhalt. Das Unternehmen produziert vor allem Teile für den Innenraum von Autos. Einer der größten Kunden ist der VW-Konzern. In Gardelegen arbeiten 330 Mitarbeiter, in Idar-Oberstein etwa 100.
Insolvenzverwalter: Gab Gespräche mit mehreren Interessenten
Die Arbeitsplätze an beiden Standorten sollen den Angaben nach bis zum Herunterfahren der Produktion Ende dieses Jahres erhalten bleiben. Im Mai vergangenen Jahres hatte der Insolvenzverwalter noch erklärt, es gebe mehrere ernsthafte Interessenten mit denen intensive Verhandlungen geführt würden. Damals waren die Auftragslage und die Auslastung auch noch so gut, dass die Produktion weiter fortsetzen werden konnte.
Dass die Gespräche nun zu keinem Ergebnis geführt haben, sei „vor allem auf die unverändert schwierige Lage in der deutschen Automobilindustrie zurückzuführen“, erklärte Höfer. Gegenüber den Beschäftigten habe der Insolvenzverwalter angekündigt, weiter nach einer Investorenlösung suchen zu wollen.
Das Unternehmen gehört zur polnischen Boryzew-Gruppe und hatte den Insolvenzantrag Anfang März 2025 gestellt. Schon vorher war dort mit den Auswirkungen der Krise in der Automobilbranche gekämpft worden.