Katholisches Laiengremium warnt vor „Stoppschild“ aus Rom
Wie steht es um die Reformen in der katholischen Kirche? Auf dem Katholikentag wird deutlich, welche Eigenschaft gerade gefragt ist.
Auf dem Katholikentag wurde auch über den Synodalen Weg diskutiert.Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Die Chefin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, hat vor einem Nein aus dem Vatikan für den Reformweg der katholischen Kirche in Deutschland gewarnt. „Ich kann nur hoffen, dass wir kein Stoppschild bekommen, das wäre für unsere Ortskirche katastrophal“, sagte sie auf dem Katholikentag in Würzburg. Das ZdK ist das oberste Laiengremium der katholischen Kirche in Deutschland.
Die Satzung für die Synodalkonferenz, in der Bischöfe und Laien künftig gemeinsam beraten und entscheiden sollen, liegt derzeit im Vatikan. Die Prüfung dauert an, wie der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Heiner Wilmer, erläuterte: „Ich bin zuversichtlich in Geduld.“
Stetter-Karp und Wilmer erinnerten daran, dass der Reformweg der katholischen Kirche in Deutschland seinen Ausgang im Missbrauchsskandal genommen hat. Dieser sei eine massive Erschütterung, eine „Vertrauenszerstörung“ gewesen, sagte Stetter-Karp.
„Leute wären ins Gefängnis gegangen“
Wilmer sagte: „Wir dürfen den Anlass des Synodalen Wegs nicht vergessen.“ Es seien Verbrechen vertuscht worden, im staatlichen Recht „wären die Leute ins Gefängnis gegangen“.
Den Synodalen Weg installierten Bischofskonferenz und ZdK gemeinsam als Reaktion auf den Missbrauchsskandal, um über Reformen zu diskutieren: Die Gläubigen sollen mehr Mitsprache bekommen, die Rolle der Frau soll gestärkt werden. Allerdings: Nicht alle Bischöfe in Deutschland folgen diesem Weg, konservative Kirchenmänner wie der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki oder der Passauer Bischof Stefan Oster äußern immer wieder deutlich Kritik.
Diese Bischöfe hätten „international relativ hohen Schaden für uns angerichtet“, sagte die ZdK-Chefin.