dpa

Kampagne „Taktisch Wählen 2026“ will AfD-Mehrheit verhindern

Mit einem Online-Tool will die Kampagne „Taktisch Wählen 2026“ gezielt verhindern, dass die AfD im Landtag eine absolute Mehrheit bekommt. Was steckt hinter der Strategie?

24.07.2026

Auf der Internetseite der Kampagne erhalten Wähler anhand ihrer Postleitzahl Wahlempfehlungen. (Archivbild)Danny Gohlke/dpa

Auf der Internetseite der Kampagne erhalten Wähler anhand ihrer Postleitzahl Wahlempfehlungen. (Archivbild)Danny Gohlke/dpa

© Danny Gohlke/dpa

Die Kampagne „Taktisch Wählen 2026“ will mit regionalisierten Wahlempfehlungen eine absolute Mehrheit der AfD im Landtag verhindern. Die Initiatoren rufen dazu auf, Parteien wie SPD oder Grüne durch strategische Kreuze bei den Erst- und Zweitstimmen vor dem Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde zu bewahren. „Wir wollen demokratische Stimmen mobilisieren und so die rechtsextreme AfD stoppen!“, sagte Luise Band, Sprecherin der Kampagne, laut einer Mitteilung. 

Auf der Internetseite der Kampagne können Wählerinnen und Wähler ihre Postleitzahl eingeben und sich anzeigen lassen, wie sie in ihrem Wahlkreis mit den beiden Stimmen am besten die Parteien unterstützen können, denen ein Ausscheiden aus dem Landtag droht. Das Tool greift den Angaben nach auf aktuelle Umfragedaten und vergangene Wahlergebnisse zurück.

Haustürbesuche geplant

„In wenigen Wochen könnte die rechtsextreme AfD in Sachsen-Anhalt allein die Regierung stellen - und das, obwohl die Mehrheit der Menschen hier demokratisch wählen will“, sagte Band. Das Kampagnenteam werde an den Wochenenden bis zur Wahl „an den Haustüren in Halle, Magdeburg und im ganzen Land“ klingeln, um für die Strategie zu werben. Auch Veröffentlichungen in den sozialen Medien sind geplant.

Hinter der Kampagne steckt die Organisation „The Goodforces“. An Planung und Umsetzung sind Ehrenamtliche beteiligt. Zu den Wahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg gab es die Initiative den Angaben nach ebenfalls.

AfD laut Umfrage bei 41 Prozent

Die Landtagswahlen finden am 6. September statt. Die AfD liegt der jüngsten Umfrage nach in der Wählergunst deutlich vorn. Die Partei von Spitzenkandidat Ulrich Siegmund kommt in der repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag von „Focus Online“ auf 41 Prozent. Auf Platz zwei liegt die CDU mit 24 Prozent, gefolgt von der Linken mit 14 Prozent. Die SPD kommt auf 5 Prozent und müsste damit um den Einzug in den Landtag bangen. Grüne, FDP sowie das BSW liegen demnach mit 4 Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde.