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KI für Rettungsschwimmer in allen Hamburger Hallenbädern

Hamburg führt eine KI-Assistenz in den Schwimmbädern ein. Damit soll Ertrinken noch schneller erkannt werden, um im Ernstfall schneller handeln zu können. Einen konkreten Zeitplan gibt es bereits.

15.10.2026

20 Hallenbäder sollen mit der Technik ausgestattet werden. Ulrich Perrey/dpa

20 Hallenbäder sollen mit der Technik ausgestattet werden. Ulrich Perrey/dpa

© Ulrich Perrey/dpa

Die städtischen Schwimmbäder in Hamburg installieren flächendeckend ein KI-System zum frühzeitigen Erkennen von Ertrinken. Bis Ende 2027 sollen alle 20 öffentlichen Hallenbäder der Hansestadt damit ausgestattet sein, wie der Betreiber Bäderland mitteilte.

Kameras überwachen demnach das Schwimmbecken und eine Künstliche Intelligenz erkennt auffällige Bewegungsmuster. Die KI warne dann im Ernstfall die Rettungsschwimmer sofort per Smartwatch mit genauer Stelle im Becken. Die Zahl der Aufsichtskräfte bleibe von der Einführung des Systems unverändert. Die Verantwortung bleibe beim Menschen, betont Bäderland. 

„Der wichtigste Punkt bei uns in den Bädern ist das Thema Zeit. Wir haben ganz, ganz wenig Zeit bis wir erkennen können, dass eine kritische Situation in den Bädern passieren kann. Für unsere Kolleginnen und Kollegen ist das eine wahnsinnig verantwortungsvolle Aufgabe“, sagte Susan Zetzmann, Bäderland-Geschäftsführerin. Die KI sei ein Sicherheitsanker für das Personal und komme nur unterstützend zum Einsatz. Die Pläne wurden in der Alsterschwimmhalle vorgestellt. 

Flächendeckende Einführung bis Ende 2027 

Nach Angaben des städtischen Badebetreibers sei Hamburg die erste deutsche Großstadt mit dem flächendeckenden Einsatz der Technik. Bäderland investiert eigenen Angaben zufolge rund drei Millionen Euro. Die Technik wurde seit Ende 2024 im Billebad in Bergedorf mit neun Kameras an zwei Becken getestet. Nun sollen nach Angaben des Badbetreibers weitere 256 Kameras an insgesamt 48 Schwimmbecken installiert werden.

Als erstes Bad bekomme die Alsterschwimmhalle das System, verkündete Zetzmann. Bis Ende 2027 folgen die restlichen Bäder. 

KI analysiert Bewegungen

Kameras an der Decke überwachen die Schwimmbecken und den Bereich etwa einen halben Meter um die Becken herum. So können auch Stürze ins Becken erfasst werden.

Eine KI analysiere dann die Bewegungsabläufe der Badegäste im Wasser. Die KI erkenne, wenn ein Gast mit dem Kopf unter Wasser bleibe, sich nicht mehr bewege oder untypisch bewege. Für diesen Fall werde das Badepersonal auf einer Smartwatch benachrichtigt, sagte Florian Grojer, Projektmanager der israelischen KI-Softwarefirma Lynxight. 

Tödlicher Schwimmunfall

2023 kam es zu einem tödlichen Unfall im Schwimmbad Bondenwald. Bei einem Schwimmkurs geriet eine Fünfjährige unter Wasser und erlitt einen tödlichen Sauerstoffmangel. Das Amtsgericht Hamburg hatte eine Schwimmlehrerin zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.

Der Tod des Mädchens war ausschlaggebend für den Ausbau des Systems. Bäderland-Chefin Zetzmann: „Das hat uns tief getroffen. Das hat die Mitarbeitenden, tief getroffen. Seitdem ist auch eine große Verängstigung zum Beruf zu bemerken“. Die Mitarbeitenden seien nun sehr froh, dass sie einen Bodyguard an ihre Seite bekämen. Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) appellierte an die Eltern und Begleitpersonen trotz des Assistenten aufmerksam auf die Kinder im Schwimmbad zu achten.

Keine Speicherung auf Servern 

Entwickelt wurde das System von der israelischen Firma Lynxight. Das Unternehmen erklärt, dass die Bilder direkt im Schwimmbad auf einem eigenen Server verarbeitet werden und nach 15 Sekunden gelöscht werden. Es gebe keine dauerhafte Verbindung ins Internet und keine Speicherung in einer Cloud. Die Verarbeitung der Daten erfolge vor Ort im Schwimmbad.

Hamburgs öffentliche Hallenbäder werden mit einer KI zum Erkennen von Ertrinken ausgestattet. Ulrich Perrey/dpa

Hamburgs öffentliche Hallenbäder werden mit einer KI zum Erkennen von Ertrinken ausgestattet. Ulrich Perrey/dpa

© Ulrich Perrey/dpa

Die Technologie soll flächendeckend eingeführt werden. Ulrich Perrey/dpa

Die Technologie soll flächendeckend eingeführt werden. Ulrich Perrey/dpa

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