KI-Nacktbilder an Berliner Schule – Polizei ermittelt
Zwei Schüler sollen KI-generierte Nacktbilder von Mitschülerinnen verbreitet haben. Die Schulleitung schaltet die Polizei ein. Die Ermittlungen dazu laufen.
Mit dem Smartphone lassen sich Fotos über soziale Medien verbreiten. (Symbolbild) Marcus Brandt/dpa
© Marcus Brandt/dpa
Zwei Schüler einer Schule in Berlin-Weißensee sollen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellte Nacktbilder von Mitschülerinnen verbreitet haben. „Wir nehmen Fälle sexualisierter Gewalt an Schulen grundsätzlich sehr ernst“, teilte die Senatsverwaltung für Bildung auf Anfrage dazu mit. Die Schulleitung habe sofort nach Bekanntwerden der Vorgänge gehandelt.
„Die Schulgemeinschaft wurde informiert, Ordnungs-, beziehungsweise Erziehungsmaßnahmen kommen zur Anwendung, und umgehend wurde die Polizei eingeschaltet.“ Auch die Schulaufsicht habe sich unterstützend eingeschaltet. Zuvor hatten die „Berliner Morgenpost“ und der „Tagesspiegel“ darüber berichtet.
Die Berliner Polizei ermittelt
„Es liegen Anzeigen wegen der Erstellung sogenannter Deepfakes vor“, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei der Deutschen Presse-Agentur. Die Ermittlungen dazu habe die Abteilung des Landeskriminalamts übernommen, die für Sexualdelikte zum Nachteil Minderjähriger zuständig sei.
Dabei komme eine Strafbarkeit wegen des Besitzes, der Beschaffung, der Erstellung oder Verbreitung von Jugendpornografie nach Paragraf 184 c des Strafgesetzbuchs in Betracht. Auch unter Opferschutzgesichtspunkten nenne die Polizei keine weiteren Details.
Pornografische Deepfakes sollen strenger geahndet werden
Nach Informationen der „Berliner Morgenpost“ wurden die beiden Schüler, die die Deepfakes erstellt haben, mit sofortiger Wirkung vom Unterricht suspendiert.
Erst am Montag hatte Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch die Ergebnisse einer großangelegten Studie zu Gewalt und Mobbing an Berliner Schulen vorgestellt. Danach gehören Gewalt und Konflikte dort inzwischen zum Alltag.
Auf Bundesebene wird bereits seit längerem darüber diskutiert, Gesetzeslücken zu beseitigen, die die konsequente Strafverfolgung von pornografischen Deepfakes und von heimlichen Nacktaufnahmen verhindern. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat im April einen Gesetzentwurf dazu vorgestellt.