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Juwel zu Bayer: Das bedeutet der Eichhorn-Abgang für Hertha

Herthas Supertalent Kennet Eichhorn geht für Millionen nach Leverkusen – wie das den klammen Hauptstadtclub und dessen Pläne beeinflusst.

11.06.2026

Eichhorn (r) wurde in seiner ersten Profi-Saison sofort zur wichtigen Figur. (Archivbild)Andreas Gora/dpa

Eichhorn (r) wurde in seiner ersten Profi-Saison sofort zur wichtigen Figur. (Archivbild)Andreas Gora/dpa

© Andreas Gora/dpa

Wieder verlässt ein hoch veranlagter Jungprofi Hertha BSC, doch Abgänge wie der von Juwel Kennet Eichhorn (16) sind für den Berliner Zweitligisten in der aktuellen Lage kaum zu vermeiden. „Es gehört dazu und wird unser Weg sein, Spieler auszubilden und sie dann idealerweise lange bei uns zu entwickeln – aber irgendwann kommt der Punkt, an dem sie den nächsten Schritt gehen“, sagte Sportdirektor Benjamin Weber schon vor einigen Wochen. 

Dass Eichhorn diesen Schritt noch früher machen würde als andere Talente, war da schon klar. Zu stark hatte der Teenager in seiner ersten Profi-Saison aufgespielt. Zu viel Potenzial für noch höhere Aufgaben angedeutet. Der gebürtige Bernauer wurde zum jüngsten Zweitliga-Spieler und -Torschützen und gilt als große Zukunftshoffnung des deutschen Fußballs. Schon im vergangenen Sommer hatte Hertha einige Überzeugungsarbeit für einen Verbleib in der Hauptstadt leisten müssen. 

„Natürlich hätten wir einen so unfassbar talentierten Spieler gerne weiterhin mit der Fahne auf der Brust gesehen. Nichtsdestotrotz macht es uns sehr stolz, dass wir ihn bis hierhin in seiner Entwicklung begleiten durften“, sagte Weber nun.

Kennet Eichhorn (Mitte) stieg mit dem Tor gegen Fürth zum jüngsten Torschützen der 2. Liga auf. (Archivbild)Andreas Gora/dpa

Kennet Eichhorn (Mitte) stieg mit dem Tor gegen Fürth zum jüngsten Torschützen der 2. Liga auf. (Archivbild)Andreas Gora/dpa

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Was bedeutet der Transfer für Hertha?

Sportlich ist es natürlich ein riesiger Verlust für das Team von Trainer Stefan Leitl, egal, wie wenig überraschend er kommt. Ein Eichhorn mit einem Jahr mehr an Erfahrung hätte im Berliner Spiel eine noch zentralere Rolle einnehmen können.

Finanziell bringt der Transfer dem klammen Hauptstadtclub wichtige Einnahmen. Geschäftsführer Peter Görlich sprach nach dem Ende der enttäuschenden Saison von einem „Transfererlösdruck“. Berichten zufolge soll ein Überschuss in niedriger zweistelliger Millionenhöhe das Ziel sein. Eichhorns Ausstiegsklausel soll knapp unter zehn Millionen betragen haben. Deutlich unter dem rapide angestiegenen Marktwert des 16-Jährigen, aber trotzdem eine Summe, die Herthas Handlungsspielrum vergrößert. 

Abgänge weiterer Leistungsträger wie Tjark Ernst, Marton Dardai und Kapitän Fabian Reese sind aber durchaus wahrscheinlich und würden Geld für den Umbau des Kaders bringen. Das Ziel Bundesliga-Aufstieg wurde krachend verpasst. Jetzt müssen Görlich und Weber eine Mannschaft aufbauen, die die Erwartungen erfüllen kann. 

Warum ergibt Leverkusen für Eichhorn Sinn?

Liverpool, Real und der FC Bayern: Die gesamte europäische Fußball-Elite soll an dem zentralen Mittelfeldspieler interessiert gewesen sein, der sich am Ende für Bayer Leverkusen entschied. Das könnte sich als kluger Schritt erweisen. Der Fokus und der Druck auf Eichhorn werden in Leverkusen nicht ganz so groß sein wie bei den noch größeren Clubs. 

Dazu passt er zu den Plänen des neuen Bayer-Trainers Carles Martínez, hat also große Chancen auf Spielpraxis. Leverkusen hatte kurz zuvor auch den ehemaligen Berliner Nachwuchstrainer Konstaninos Kotsifakis verpflichtet, der Eichhorn bei Hertha betreut hatte.

Kennet Eichhorn will in Leverkusen den nächsten Schritt gehen. (Archivbild)David Inderlied/dpa

Kennet Eichhorn will in Leverkusen den nächsten Schritt gehen. (Archivbild)David Inderlied/dpa

© David Inderlied/dpa

Dass Leverkusen ein hervorragendes Umfeld ist, um sich zu einem internationalen Topspieler zu entwickeln, haben unter anderem Kai Havertz und Florian Wirtz gezeigt. Auch Ex-Herthaner Ibrahim Maza feierte nach seinem Wechsel zu Bayer im vergangenen Sommer seinen Durchbruch. „Ich werde alles einsetzen, um hier einen ähnlichen Weg zu gehen“, sagte Eichhorn.

Wer füllt die Eichhorn-Lücke bei Hertha?

Paul Seguin dürfte im defensiven Mittelfeld gesetzt sein, wenn er fit ist. Daneben hat Stefan Leitl nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung den Plan, Michael Cuisance vom Zehner zum Sechser umzuschulen. Auch Boris Mamuzah Lum (18), vor Eichhorn Herthas jüngster Profispieler, könnte eine größere Rolle bekommen.