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Juristin Brosius-Gersdorf mit SPD-Preis geehrt

Ihre Kandidatur als Bundesverfassungsrichterin sorgte für massive Konflikte in der schwarz-roten Koalition im Bund. Nun hat Brosius-Gersdorf einen hessischen SPD-Preis bekommen.

18.01.2026

Die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf ist von der SPD mit dem renommierten Georg-August-Zinn-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Ihre Kandidatur für eine Richterstelle am Bundesverfassungsgericht hatte im vergangenen Sommer für Konflikte in der schwarz-roten Bundesregierung gesorgt. Helmut Fricke/dpa

Die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf ist von der SPD mit dem renommierten Georg-August-Zinn-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Ihre Kandidatur für eine Richterstelle am Bundesverfassungsgericht hatte im vergangenen Sommer für Konflikte in der schwarz-roten Bundesregierung gesorgt. Helmut Fricke/dpa

© Helmut Fricke/dpa

Die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf ist in Wiesbaden mit dem renommierten Georg-August-Zinn-Preis der hessischen SPD ausgezeichnet worden. Die Rechtswissenschaftlerin habe sich durch ihr Engagement, insbesondere für das Verfassungs- und Sozialrecht, große Verdienste erworben, hieß es in der Begründung. „Mit ihrer Arbeit setzt sie wichtige Impulse für das Verständnis des Grundgesetzes und damit für die Stärkung des Rechtsstaats und des demokratischen Gemeinwesens.“

Im zurückliegenden Sommer hatte es um die Kandidatur von Brosius-Gersdorf für eine Richterstelle am Bundesverfassungsgericht einen langen Konflikt in der schwarz-roten Bundesregierung gegeben. Teile der Unionsfraktion stellten sich gegen die SPD-Kandidatin. Als Grund wurden unter anderem Äußerungen zum Schwangerschaftsabbruch angeführt. Die Staatsrechtlerin Brosius-Gersdorf verzichtete schließlich auf einen Posten in Karlsruhe.

Laudatio: „Integrität der Insititution über eigene Karriere gestellt“

In ihrer Laudatio erklärte die Präsidentin der Justus-Liebig-Universität Gießen, Katharina Lorenz, der Weg von Brosius-Gersdorf im vergangenen Jahr habe gezeigt, dass es Dinge gebe, die schwerer wögen als ein Parteiprogramm. Ihre Kandidatur habe die Juristin nicht zurückgezogen, weil etwa die Vorwürfe haltbar gewesen wären. „Sie taten es, um zu verhindern, dass unser höchstes Gericht durch politische Scharmützel beschädigt wird“, so Lorenz zu Brosius-Gersdorf. „Sie haben die Integrität der Institution über Ihre eigene Karriere gestellt. In diesem Moment waren Sie die Verteidigerin der Verfassung, ganz ohne die Robe angelegt zu haben.“

Die Juristin bedankte sich für die Auszeichnung. „Der Georg-August-Zinn-Preis wird mir Ansporn und Auftrag sein, mich mit meinen sehr bescheidenen Mitteln weiterhin für unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat einzusetzen.“

Preis würdigt Engagement für Demokratie und Rechtsstaat 

Der mit 5.000 Euro dotierte Georg-August-Zinn-Preis wird alle zwei Jahre gemeinsam von der hessischen SPD-Landtagsfraktion und dem SPD-Landesverband verliehen. Gewürdigt wird herausragendes Engagement für die demokratische Gesellschaft, den Rechtsstaat und ein gerechtes Miteinander. Die Auszeichnung erinnert an den sozialdemokratischen Ministerpräsidenten des Landes Hessen (1950-1969). 

Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern gehören unter anderem die Fußballspielerin Steffi Jones, die Schauspielerin Iris Berben und die Stadt Hanau.

Die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf ist von der SPD mit dem renommierten Georg-August-Zinn-Preis 2026 ausgezeichnet worden. SPD-Landesvorsitzender Sören Bartol (li) und der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Tobias Eckert beglückwünschten die Preisträgerin, deren Kandidatur für eine Richterstelle am Bundesverfassungsgericht im vergangenen Sommer für Konflikte in der schwarz-roten Bundesregierung gesorgt hatte. Helmut Fricke/dpa

Die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf ist von der SPD mit dem renommierten Georg-August-Zinn-Preis 2026 ausgezeichnet worden. SPD-Landesvorsitzender Sören Bartol (li) und der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Tobias Eckert beglückwünschten die Preisträgerin, deren Kandidatur für eine Richterstelle am Bundesverfassungsgericht im vergangenen Sommer für Konflikte in der schwarz-roten Bundesregierung gesorgt hatte. Helmut Fricke/dpa

© Helmut Fricke/dpa