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Jüdische Gemeinschaft warnt: „Wir packen unsere Koffer“

Die jüdische Gemeinschaft in Schleswig-Holstein warnt vor wachsendem Antisemitismus und fordert mehr Solidarität. Für die Geschäftsführerin im Norden geht die Gefahr dabei nicht nur von rechts aus.

08.09.2026

Rechtsextremismus ist laut der jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein nur eine von zahlreichen Bedrohungen für Jüdinnen und Juden im Land. (Symbolbild)David Inderlied/dpa

Rechtsextremismus ist laut der jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein nur eine von zahlreichen Bedrohungen für Jüdinnen und Juden im Land. (Symbolbild)David Inderlied/dpa

© David Inderlied/dpa

Angesichts des wachsenden Antisemitismus in der Gesellschaft warnt die Geschäftsführerin der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein vor einer Ausreise zahlreicher Juden aus Deutschland. „Wir packen unsere Koffer“, sagte Viktoria Ladyshenski in Kiel. „Das ist das Problem.“ Dabei sei Rechtsextremismus nur eine von zahlreichen Bedrohungen für Jüdinnen und Juden im Land - vor allem Judenhass durch Linksextremismus und Islamismus bereiteten ihr Sorgen.

„Diese Gefahr muss genauso behandelt werden wie Rechtsradikalismus“, erklärte Ladyshenski. „Und das tut sie nicht in der Gesellschaft.“ Sie kritisierte, dass oftmals zahlreiche Menschen gegen Rechtsextremismus auf die Straße gingen, gegen Islamismus aber nicht. Sie wünschte sich mehr Solidarität mit den Jüdinnen und Juden in Deutschland. Dabei betonte sie: „Die AfD ist derzeit nicht die größte Gefahr für die jüdische Gemeinschaft.“

Mit Blick auf das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, bei der die AfD mit deutlichem Abstand die meisten Stimmen holte, ergänzte Michael Saitner, Geschäftsführer des Paritätischen im nördlichsten Bundesland: „Man darf aber nicht unterschätzen, dass die AfD in ihrer Strukturiertheit kurz davor steht, an entscheidenden Machtpositionen zu sein.“

Die Partei werde voraussichtlich auch nach der Wahl im April in Schleswig-Holstein wieder im Landtag vertreten sein. „Sie hat einen ganz anderen Zugang zu Machtpositionen und wird diesen Zugang nutzen, auch um jüdisches Leben zu bekämpfen“, warnte Saitner.