Jalsa Salana: Tausende Muslime feiern 50 Jahre Zusammenhalt
Von 70 auf 45.000: Die Jalsa Salana findet zum 50. Mal statt. Wie die Ahmadiyya-Muslime eine Stadt aus Zelten errichten und ein Zeichen für Frieden und Demokratie setzen.
Bis zum Sonntag werden Zehntausende Menschen auf dem Flugplatz in Mendig erwartet. Thomas Frey/dpa
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Die jährliche Versammlung der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinschaft hat auf dem Flugplatz in Mendig begonnen. „Muslimisches Leben ist keine Belastung für unsere Demokratie“, sagte der Bundesvorsitzende der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ), Abdullah Uwe Wagishauser, laut Mitteilung.
Die sogenannte Jalsa Salana findet zum 50. Mal statt – an einem Wochenende, an dem in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt wird. In Mendig werden bis zum Sonntag rund 45.000 Musliminnen und Muslime erwartet. Sie wollen zeigen, „was im Wahlkampf über muslimisches Leben oft übersehen wird: ehrenamtliches Engagement, gesellschaftliche Verantwortung und ein klares Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung Deutschlands“, schreiben die Veranstalter.
„Bekenntnis zu Frieden“
Zur zeremoniellen Eröffnung wurde die deutsche Fahne gehisst und das Friedensgebet gesprochen. „Wir machen sichtbar, was für die Mehrheit der Muslime in Deutschland gelebte Realität ist, in weiten Teilen der aktuellen Landtagswahlkämpfe aber kaum vorkommt“, sagte Wagishauser. Nämlich: „Wie Verantwortung, Ehrenamt, Zusammenhalt und ein klares Bekenntnis zu Frieden und Demokratie gelebt werden“, so der Vorsitzende.
Zum dritten Mal findet die Versammlung auf dem Flugplatz in Mendig statt. Für drei Tage entsteht hier eine eigene Stadt aus mehr als 200 Zelten. Es gibt Zelte zum Beten, zum Essen, für Ausstellungen, für einen Basar und zur medizinischen Versorgung. Der Leitspruch der muslimischen Gemeinschaft ist: „Liebe für alle, Hass für keinen“.
Reflexion und Diskussion
Inhaltlich stehe in diesem Jahr neben den spirituellen Inhalten insbesondere die Entwicklung der Jalsa Salana im Mittelpunkt, teilte ein Pressesprecher mit. „Was 1975 mit rund 70 Teilnehmern begann, ist heute eine Großveranstaltung mit zehntausenden Menschen aus ganz Deutschland“, schrieb er.
Am Samstag steht eine Podiumsdiskussion zum Thema „Völkerrecht des Stärkeren? Deutschlands Paradoxon zwischen Werten und strategischen Interessen“ auf dem Plan. Teilnehmen sollen unter anderem Thüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow und Lamya Kaddor, Bundestagsabgeordnete für Bündnis 90/Die Grünen.
So sah die Zeltstadt 2024 aus auf dem Flugplatz in Mendig. (Archivfoto)Thomas Frey/dpa
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