Inflationsrate fällt: Energie und Lebensmittel günstiger
Gemüse und Obst sind billiger, Energiesteuern drücken die Preise an der Tankstelle. Doch nicht alles wird günstiger: Flugreisen und Dienstleistungen ziehen kräftig an.
Obst und Gemüse wurden im Jahresvergleich teurer, im Monatsvergleich dagegen günstiger. (Symbolbild)Sebastian Kahnert/dpa
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Die Inflationsrate in Hessen ist weiter gesunken. Im Juni lagen die Verbraucherpreise um 2,3 Prozent über dem Vorjahresmonat, wie das Statistische Landesamt mitteilte. Im Mai hatte die jährliche Teuerung noch bei 2,6 Prozent gelegen, im April bei 2,8 Prozent. Im März hatte sie mit 2,9 Prozent den höchsten Stand seit Dezember 2023 erreicht. Im Vergleich zum Vormonat sanken die Verbraucherpreise im Juni um 0,2 Prozent.
Sinkende Preise für Heizöl und Kraftstoffe
Ausschlaggebend für diese Entwicklung seien insbesondere sinkende Preise gegenüber dem Vormonat für Energie und Nahrungsmittel gewesen, erklärte das Statistische Landesamt. So kostete Energie demnach im Juni durchschnittlich 2,8 Prozent weniger als im Mai.
Günstiger als im Vormonat waren vor allem Heizöl (minus 9,6 Prozent) und Kraftstoffe (minus 5,3 Prozent). Bei Dieselkraftstoff fiel der Preisrückgang mit minus 6,8 Prozent deutlicher aus als bei Superbenzin (minus 4,9 Prozent). Der nachlassende Preisdruck geht den Statistikern zufolge mit den seit Anfang Mai reduzierten Energiesteuersätzen für Kraftstoffe einher. Der sogenannte Tankrabatt endet in der Nacht zum Mittwoch.
Trotz des Rückgangs bei Kraftstoffen gegenüber Mai lagen die Energiepreise insgesamt noch deutlich über dem Niveau des Vorjahres. So kostet Heizöl infolge des Iran-Kriegs 29,8 Prozent mehr als vor einem Jahr, Kraftstoffe 12,4 Prozent.
Günstigeres Gemüse und Obst als im Mai
Die Preise für Nahrungsmittel sanken im Juni gegenüber dem Vormonat leicht um 0,7 Prozent. Günstiger waren unter anderem Obst (minus 3,4 Prozent) und Gemüse (minus 2,8 Prozent).
Insgesamt lagen die Lebensmittelpreise um 0,9 Prozent über dem Vorjahresniveau - die niedrigste Zunahme seit Juni 2024. Sie wirkten damit inflationsdämpfend. Deutlich weniger als im Juni 2025 mussten die Verbraucher etwa für Butter (minus 24,0 Prozent) sowie Speisefette und -öle (minus 12,8 Prozent) zahlen. Auch Molkereiprodukte (minus 5,7 Prozent) waren spürbar günstiger.
Süßwarenpreise im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen
Die Preise für Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (plus 5,9 Prozent) hingegen stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat überdurchschnittlich. Auch Obst wurde teurer (plus 3,2 Prozent). Die Preise für Fleisch und Fleischwaren legten um 2,7 Prozent zu. Gemüse war um 2,4 Prozent teurer, Brot und Getreideerzeugnisse um 0,8 Prozent.
Die Preise für Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) stiegen im Juni gegenüber dem Vormonat im Durchschnitt um 0,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhten sie sich allerdings um 3,7 Prozent und wirkten somit inflationstreibend.
Flugtickets kosteten mehr
Deutlich mehr als im Vorjahresmonat mussten Verbraucher etwa für Flugtickets (plus 13,7 Prozent) sowie Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (plus 8,3 Prozent) bezahlen. Die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen kostete 4,9 Prozent mehr. Auch für Pauschalreisen (plus 3,9 Prozent), Übernachtungen (plus 3,5 Prozent) und Gaststättendienstleistungen (plus 2,9 Prozent) waren höhere Preise als im Juni 2025 fällig.
Das Preisniveau der Wohnungsmieten (Nettokaltmieten) stieg im Juni 2026 gegenüber dem Vormonat lediglich um 0,1 Prozent. Im Vergleich zu Juni 2025 stiegen die Preise um 1,8 Prozent an.
Die sogenannte Kerninflationsrate - also der Verbraucherpreisindex ohne Nahrungsmittel und Energie - blieb unverändert bei 2,5 Prozent.